Gäst*innenmobilität

  • Mit digitalen Meetings und Absprachen lassen sich Reisen vermeiden und Emissionen reduzieren.

  • Reisen lassen sich vermeiden durch die Bündelung von Meetings bei einem Aufenthalt. Digitale Meetings sind eine Alternative zu Meetings vor Ort.

  • Wer Anreisen für einmalige Aufführungen vermeiden will, kann die Veranstaltung mit Workshops oder anderen Residenzen sinnvoll kombinieren.

  • Kürzere Reisewege entstehen, wenn bei der Planung von Touring und Gastspielen mehrere Spielstätten zur gleichen Zeit Veranstaltungen anbieten. Dafür müssen die Spielstätten nahe beieinander liegen.

  • Für Strecken, die nicht länger als zehn Stunden dauern, den Zug zu nehmen, reduziert den CO₂-Ausstoß erheblich.

  • Der Verzicht auf Flüge vor allem innerhalb Deutschlands und bei Strecken unter 600 km trägt wesentlich zu einer klimafreundlichen Anreise bei.

  • Detaillierte Wegbeschreibungen und Informationen über die Anbindung an den Fernverkehr ermöglichen eine stressfreie und nachhaltige Anreise.

  • Bei unvermeidlichen Flugreisen lassen sich durch Direktflüge Emissionen verringern und Reisezeiten optimieren.

  • Informationen über die beste Radroute erleichtern Gäst*innen die sichere und umweltfreundliche Anreise mit dem Fahrrad.

  • Mit Leihfahrrädern oder die Zusammenarbeit mit lokalen Fahrradverleihen erleichtert der Veranstalter Gäst*innen eine umweltfreundliche Fortbewegung vor Ort.

  • Lässt sich der Weg nur mit dem Taxi bewältigen, zum Beispiel wegen der Barrierefreiheit, ist die Nutzung eines E-Taxis umweltfreundlicher.

  • Werden Autofahrten für Reisen auf das Notwendige beschränkt, werden Emissionen weniger und Ressourcen geschont.

  • Veranstalter*innen können Hotels danach aussuchen, ob sie Fahrräder verleihen. Auch so gelingt nachhaltige Mobilität leichter.

  • Informationen über die Apps lokaler Verkehrsverbünde unterstützen Gäst*innen dabei, ihre Fahrten effizient und klimafreundlich planen.

  • Planungstools für Reisen von Gäst*innen und Touring erleichtern die Organisation nachhaltiger und ressourcenschonender Routen.

  • Klauseln oder Zusatzvereinbarungen zu Nachhaltigkeit in Verträgen mit Gäst*innen ermöglichen Verbindlichkeit bei den Umweltstandards.

Gut zu wissen

Um klimaschonende Anreisen zu fördern und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu sichern, sollten Anreisetage auch im Honorar von Gäst*innen berücksichtigt werden.

Künstler*innen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen benötigen für ihre Anreise barrierefrei Wege. In diesem Fall ist gegebenenfalls eine direkte Reiseverbindung der nachhaltigeren vorziehen.

Bei der Anreise braucht es den bestmöglichen Schutz vor Übergriffen aufgrund gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Schutz bietet beispielsweise eine Reise ohne Umstiege. Aber auch die Wahl des Veranstaltungsortes ist hilfreich: An manchen Orten besteht ein niedrigeres Risiko für Diskriminierung und Belästigung.

Werden Gastspiele zusammengelegt, kann sich die Anzahl der einzelnen Aufführungen verringern, was das Risiko birgt, dass Künstler*innen insgesamt weniger Auftrittsmöglichkeiten erhalten. Hier empfiehlt sich ein sorgfältiges Abwägen von „grünem Touring“ und Vielfalt und internationalem Austausch im künstlerischen Programm.

Zugunsten der Barrierefreiheit und Inklusion wird empfohlen, CO₂-Emissionen von Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung nicht zu berücksichtigen.

Zum Nachlesen

Interrail – Eurail: Angebote für günstige Zugreisen durch Europa (Reservierungspflicht, Kontingente und länderspezifische Regelungen sind zu beachten.)

Green Touring Network: Green Touring Guide – Ein Leitfaden für Musiker, Künstler‐ und Tourmanager, Veranstalter, Venues und Bookingagenturen

Gallery Climate Coalition: Quick Carbon Estimate Calculator

atmosfair: Möglichkeiten zum klimafreundlichen Reisen

Touring Artists: Mobilität und Nachhaltigkeit (Handbücher, Leitfäden und Guides, Webinar, Förderung u.m.)