Bühnentechnik

  • Der Einsatz von Technik mit geringer Wattzahl – etwa energieeffiziente LED-Lampen – reduziert den Stromverbrauch bei Aufführungen und trägt zur Reduktion des Energieverbrauchs bei.

  • Aufführungen, die weniger Beleuchtungstechnik brauchen, reduzieren den Energieverbrauch. So wird eine Veranstaltung nachhaltiger.

  • Modulare Bauelemente können wiederverwendet werden, sowohl für eigene als auch für externe Produktionen.

  • Eine digitale Inventarliste für verleihbare Bühnentechnik erleichtert die Weitergabe von Materialien an Kolleg*innen.

  • Manche Technik und einige Bühnenelemente werden nicht ständig eingesetzt. Werden sie verliehen oder weitergegeben, unterstützt dies die Kreislaufwirtschaft und verringert den Bedarf an Neubeschaffung.

  • Eine Prüfung, ob Bühnentechnik wie LED-Scheinwerfer oder Lautsprecher wiederverwendet werden können, kann eine zu frühe Anschaffung von neuen Geräten vermeiden.

  • Die Neubeschaffung reparaturtauglicher Geräte ist förderlich für die langfristige Ressourcennutzung und die Vermeidung von Elektroschrott.

  • Wer nicht online bestellt, sondern über öffentliche Lieferketten oder in Geschäften einkauft, reduziert Transportwege und Emissionen.

Gut zu wissen

Beim Verleih oder der Weitervergabe von Technik und Bühnenelementen müssen rechtliche Aspekte beachtet werden, etwa Haftungsfragen, das Urheberrecht und die Dokumentation von Leihverhältnissen. Auch Mietverträge und Versicherungsfragen müssen dabei berücksichtigt werden.

Die Wahl von Lichtquellen darf die künstlerische Freiheit nicht einschränken. Ökologische und kulturelle Nachhaltigkeit sollten daher sorgfältig abgewogen werden.

Zwar lassen sich bei geringer Wattzahl Energie sparen. Aber dies darf nicht durch den Einsatz zusätzlicher Geräte aufgehoben werden. Geräte mit einer guten Energieeffizienz und einer hohen Lichtausbeute beugen dem vor.

Zum Nachlesen

Gute Praxisbeispiele

Die Schaubühne übernimmt soziale, kulturelle und ökologische Verantwortung. Dazu gehören u.a. LED-Beleuchtung, Bewegungsmelder, klimafreundlicher Bühnenbildbau, Jobtickets, E-Lastenräder und Bahnreisen statt Flügen. Seit 2019 wird eine jährliche Klimabilanz erstellt und Dekorations-Emissionen kompensiert. Weitere Maßnahmen wie die vollständige Umstellung auf LED und eine Photovoltaik-Anlage sind in Planung.

Schaubühne am Lehniner Platz: Nachhaltigkeit

Im Deutschen Theater wurden in der Spielzeit 2023/24 Produktionen in der Box auf Nachhaltigkeit geprüft und erste Maßnahmen für die Grundstufen-Zertifizierung 2024/25 umgesetzt: mehr Materialwiederverwendung, Abfallreduktion, energieeffiziente Gebäudetechnik und ein erster Nachhaltigkeitsplan. Weitere Optimierungen und eine Photovoltaik-Anlage folgen.

Deutsches Theater Berlin: Das ETC Theatre Green Book und sein Einsatz am DT

Die Dutch National Opera & Ballet setzt seit Jahrzehnten auf Nachhaltigkeit bei Bühnenbildern und Kostümen. Für die Bühnenbilder wird das modulare, wiederverwendbare Gerüstsystem „Layher“ genutzt, das Material spart und weltweit flexibel einsetzbar ist. Auch bei den Kostümen wird auf Wiederverwendung gesetzt: Stoffreste werden gesammelt und erneut verwendet, Accessoires und Schuhe mehrfach eingesetzt. Einige Kostüme sind sogar seit über 40 Jahren im Gebrauch.

Dutch National Opera & Ballet: Sustainable set design und The costume cycle

Die Oper Leipzig setzt auf nachhaltige Produktionsmethoden und umweltfreundliche Materialien, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und die Qualität von Bühnenbildern, Kostümen und Requisiten zu sichern. Nachhaltigkeit wird als gesellschaftliche Verantwortung verstanden und durch gezielte Sensibilisierung aller Mitarbeitenden gefördert.

Oper Leipzig: Nachhaltige Theaterwerkstätten

Materialien

  • Materialien wie Stoffe oder Requisiten wiederzuverwenden, statt neu zu kaufen, schont die Umwelt. Zum Beispiel lässt sich Material, das verschraubt und nicht verklebt ist, immer wieder einsetzen.

  • Mit der Reparatur von Materialien und Kostüme – statt Entsorgung und Ersatz – werden Ressourcen geschont und es wird weniger Abfall produziert.

  • Der Kauf von Secondhand-Material und der Kauf von Material, das ein Umweltsiegel trägt, reduziert den ökologischen Fußabdruck einer Produktion.

  • Neuanschaffungen können über öffentliche Lieferketten oder Geschäfte laufen. Das stärkt lokale Wirtschaftskreisläufe und es entstehen weniger Emissionen als bei Onlinekäufen.

  • Beim Einkauf neuer Materialien die Möglichkeiten von Entsorgung, Verleih oder Weitergabe mitzudenken erhöht ihre Wiederverwendbarkeit und verlängert den Lebenszyklus.

  • Der Einsatz umweltfreundlicher, wiederverwendbarer und langlebiger Materialien fördert die nachhaltigere Produktion. Wegwerfprodukte sind dann nicht mehr nötig.

  • Materialien an Kolleg*innen für die Wiederverwendung zu verleihen oder weiterzugeben trägt zu einem klimabewussten Umgang bei. Gemeinschaftlich genutzte Lagerflächen schaffen darüber hinaus Vernetzungsmöglichkeiten.

  • Eine digitale Inventarliste gibt einen Überblick über Materialien, die verliehen oder weitergegeben werden können. Mit ihr wird der Materialkreislauf geschlossen und sie hilft bei der Kommunikation mit Gäst*innen über verfügbare Materialien.

  • Bevor Gefahrenstoffe wie Farben, Lacke, Lösungsmittel oder Reinigungsmittel bei Bühnenbildern oder der Raumreinigung zum Einsatz kommen, können umweltfreundlichere Alternativen geprüft werden.

  • Gefahrenstoffe lassen sich über Entsorgungshöfe nachhaltig entsorgen – statt über den Restmüll.

Gut zu wissen

Gegebenenfalls müssen Materialien den Anforderungen der Brandschutzverordnung entsprechen, zum Beispiel B1. Dies sollte mit den Verantwortlichen einer Spielstätte bzw. eines Festivals geklärt werden.

Zum Nachlesen

Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege e.V.: UMDENKEN – DIE C2C DENKSCHULE

HMV Hanseatische Materialverwaltung: Initiative für Materialkreisläufe (D / CH / AU)

Verbund offener Werkstätten: Was sind offene Werkstätten?

reparaturinitiativen.de: Reparaturinitiativen

Berufsgenossenschaft der Baugenossenschaft: Gefahrstoffsuche

Theater und Nachhaltigkeit: Fundus und Materiallager

Stiftung „Ecken wecken“ depot.social: depot in Deiner Stadt/Region

SZENOGRAFIE-BUND e.V.: Arbeitsgruppe Ökologische Nachhaltigkeit – Der Leitfaden „Grüne Bühne“

Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG): Nachhaltige Produktionen („Theatre Green Book“)

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ): Siegelklarheit – Gezielt informieren. Bewusst einkaufen. Nachhaltig handeln.

Gerriets: Nachhaltigkeitsprojekt – Recycling von Tanzböden und Projektionsfolien

StuFF: Neue Materialzyklen für Theater und Szenografie

Theater und Nachhaltigkeit: Kostüm

Nachhaltige Kleidung: Übersicht nachhaltiger Materialien

dejure.org Rechtsinformationssysteme: Versammlungsstättenverordnung (Abschnitt 2 – Brandverhütung)

Stiftung „Ecken wecken“ depot.social: Ressourcen teilen und verleihen in Leipzig

Gute Praxisbeispiele

Die ressourcerie automatique ist eine digitale Materialbörse für die freie Szene: Kostüme, Requisiten und Bühnenbauten werden hier geteilt statt neu produziert. Ergänzend bietet sie Workshops, Beratung und Vernetzungstreffen an, um nachhaltiges Produzieren und den bewussten Umgang mit Ressourcen in der Kulturpraxis zu fördern.

ressourcerie automatique: atelier automatique

Zero – Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte ist ein Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes, das Kultureinrichtungen unterstützt, ihre Produktion klimaneutral umzugestalten. Mit Maßnahmen in Bereichen wie Energie, Mobilität und Materialkreislauf erproben sie konkrete Lösungen und geben ihre Erfahrungen bundesweit weiter.

Kulturstiftung des Bundes: Geförderte Projekte im Fonds Zero