Wissensvermittlung

  • Die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsthemen in der künstlerischen Arbeit schafft neue Perspektiven und kann gesellschaftliche Diskurse anregen.

  • Workshops und Seminare sind für Teammitglieder wertvoll. Hier vertiefen sie ihr Wissen und erhalten Impulse für das nachhaltigere Produzieren. Hilfreich ist es, wenn das ganze Team teilnimmt und die Fortbildungen regelmäßig stattfinden.

  • Weniger Merchandise, keine (Werbe-)Geschenke: So werden weniger Ressourcen verbraucht. Manche Veranstalter möchten Merchandising betreiben und ihre ökologische Bilanz verbessern. Für sie ist es hilfreich, auf Nachhaltigkeitsstandards zu achten. Dazu gehören eine faire Produktion, recycelte Materialien, Langlebigkeit und umweltfreundliche Verpackung.

  • Der Austausch von Wissen im Team fördert das gemeinsame Lernen. Damit können am Ende nachhaltige Maßnahmen leichter umgesetzt werden.

  • Die Kommunikation von Nachhaltigkeitszielen und Maßnahmen an Publika, Förderer und Kooperationspartner*innen unterstützt bei der Sichtbarmachung des Engagements. Der Veranstaltungsort schafft dadurch ein Bewusstsein zu Themen der Nachhaltigkeit und erhält eine Vorbildfunktion.

  • Diskussionsveranstaltungen, Vorträge oder Infoformate schärfen das Bewusstsein der Publika für Nachhaltigkeit und regen zur Reflexion an.

  • Informationen über klimaschonende Anreiseoptionen zum Beispiel auf Tickets oder Flyern, sowie ein „grüner Reiseplan“ unterstützen Publika und Künstler*innen bei der Entscheidung für nachhaltige Mobilität.

Gut zu wissen

In der Kommunikation und bei einem neuen Ticketsystem muss die Barrierefreiheit sichergestellt werden.

Gute Praxisbeispiele

Das PATHOS bietet ein Klimafolgekosten-Ticket an, mit dem Besucher*innen freiwillig einen Teil der durch ihren Theaterbesuch verursachten CO₂-Folgekosten übernehmen. Die Einnahmen fließen in den Münchner Klimaschutz- und Transformationsfonds und unterstützen lokale Projekte wie Solaranlagen oder Dachbegrünung.

PATHOS: Nachhalitgkeit am PATHOS – Klimafolgekosten Ticket

Das Armada Theater wirft einen humorvoll-poetischen Blick auf den Klimawandel. In einer Live-Katastrophenfilm-Performance im Miniaturformat werden die Folgen menschlichen Handelns – Waldbrände, Dürren, Starkregen – eindrucksvoll sichtbar.

Armada Theater: One World Is Not Enough

Das Projekt „Mülheimer Müllviecher“ zeigt, wie aus Plastikmüll partizipative Kunst und kollektiver Umweltschutz entstehen kann. Theatermitarbeiter*innen und Stadtbewohner*innen gestalten gemeinsam fantasievolle Wesen aus Abfall, sensibilisieren spielerisch für Nachhaltigkeit und fördern so kreative Stadtgesellschaft und Ressourcenschonung.

Theater an der Ruhr: Die Mülheimer Müllviecher sind los

Kommunikationsleitlinien

  • Ein Team braucht ein gemeinsames Leitbild, um nachhaltiger produzieren zu können. Das Leitbild fördert ein einheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit und sorgt für die Verständigung über eine nachhaltige Arbeitsweise. Zudem macht es nachhaltige Prinzipien für die Öffentlichkeit und die eigene Organisation sichtbar.

  • Eine Ansprechperson oder Arbeitsgemeinschaft (AG) zum Thema „Nachhaltig produzieren“ sorgt für Klarheit bei den Zuständigkeiten. Zudem ermöglicht es die ständige Weiterentwicklung nachhaltiger Maßnahmen.

  • Für die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen ist es förderlich, wenn die Verantwortung im Team verteilt ist. Transparenz sorgt für verbindliche Entscheidungen aller internen und externen Beteiligten.

  • Nachhaltigkeitsbeauftragte können bei Jour fixes zu Nachhaltigkeit Feedback einholen, Maßnahmen überprüfen und Ansätze entwickeln.

  • Die Integration von Nachhaltigkeit in Betriebsausflüge oder Sommerfeste stärkt das Bewusstsein im Team für das Thema. Sie zeigt, dass Nachhaltigkeit im Miteinander eine Rolle spielt.

  • Ein umweltfreundliches System aus digitalen Tickets, ÖPNV-Kombination und Informationen zur Anreise kann Besucher*innen zu klimafreundlichen Entscheidungen motivieren.

  • Die Diskussion über Nachhaltigkeitsstandards zwischen Team und Gäst*innen ist förderlich für ein stärkeres Bewusstsein. Die Ergebnisse der Diskussion können Nachhaltigkeitsbeauftragte einer Spielstätte bzw. eines Festivals in Verträgen verankern, sodass dauerhafte Verbindlichkeiten entstehen.

  • Durch Austausch und kollegiale Beratung bei Veranstaltungen kann Wissen unkompliziert und praxisnah an unterschiedliche Publika weitergegeben werden.

Zum Nachlesen

2050 Media Projekt – Klimafakten: Über Klima sprechen. Das Handbuch

Umweltbundesamt: Effiziente Ansätze in der Klimakommunikation

Gute Praxisbeispiele

„#Weben für Morgen“ (21.–23. März 2024) auf der INSEL zeigte, wie Kultur und Stadtgesellschaft kreativ und nachhaltig den Klimakollaps angehen. Mit Performances, interaktiven Aktionen und Austausch entstand ein Netzwerk für gemeinsame Nachhaltigkeitsprojekte.

Insel e.V.: Dokumentation #Weben für Morgen