Warentransport
Szenograf*innen und Techniker*innen können den Nachbau von Bühnenbildern vor Ort erwägen. Durch den Nachbau fallen die Emissionen weg, die der Transport der Bühnenbilder mit sich bringt.
Anschaffungen oder Ausleihe bei lokalen Anbietern, statt onilne zu bestellen, vermeidet Transportaufwand und schont Ressourcen.
Bei frühzeitiger Planung braucht es oft keinen Expressversand bei einer Warenbestellung. Auf den regulären Versand auszuweichen, bedeutet einen kleineren CO₂-Ausstoß. Eine Expresslieferung geht oft mit einem hohen CO₂-Ausstoß einher.
Viele Rücksendungen lassen sich mit sorgfältiger Planung vermeiden. Auch das spart Emissionen ein, einfach deshalb, weil nichts doppelt transportiert werden muss.
Der Einsatz von (E-)Lastenfahrrädern oder Transporträdern ermöglicht umweltfreundlichere und effizientere Transporte.
Mit dem Versand per Fahrradkuriere wird der CO₂-Ausstoß, der durch Transporte entsteht, erheblich reduziert.
Die Beschränkung von Transporten per Auto auf das Notwendige ist hilfreich bei dem Bemühen, Emissionen zu verringern und Ressourcen zu schonen.
Die Wahl von Speditionsdiensten mit emissionsarmen Flotten verbessert die CO₂-Bilanz des Transports.
Der Einsatz bodengebundener Transporte für den Versand innerhalb Europas im Vergleich mit der Luftfracht minimiert die Umweltauswirkungen des Transportes.
Wer interkontinentale Touren als Seefracht statt als Luftfracht organisiert, senkt den CO₂-Ausstoß signifikant.
Logistikunternehmen mit kraftstoffsparenden Fahrzeugen ermöglichen eine nachhaltige und effiziente Transportabwicklung.
Gut zu wissen
Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es empfehlenswert, den Materialtransport möglichst zu reduzieren – ohne dabei die künstlerische Freiheit unverhältnismäßig einzuschränken. Alle Produktionsbeteiligten sind gefragt, die Machbarkeit aus unterschiedlichen Perspektiven sorgfältig abzuwägen.
Zum Nachlesen
UTOPIA – Der Ort für Nachhaltigkeit: Klimaneutraler Versand: Wer bietet ihn an? Was bringt er? (Kostenpflichtig oder mit Werbung)
DHL Freight Germany: GoGreen@ DHL Freight: Erkunden Sie die grüne Zukunft der Logistik
Fahrwerk Kurier*innenkollektiv: Stadtfahrten
fLotte Berlin e.V.: fLotte Standorte in Berlin & Umland
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Förderung zur Anschaffung von E-Lastenfahrrädern
Mobilitätsheld – Greenbike Shop: Lastenrad-Förderung 2025: Übersicht der Kaufprämien
ADFC-Hildesheim e.V. – Hilde Lastenrad: Hilde – Das freie Lastenradsystem für Hildesheim
Gute Praxisbeispiele
Binge Culture (NZ) und machina eX (GER) entwickeln ein nachhaltiges Modell für internationale Kooperation ohne Flugreisen. Durch gegenseitige Neuinszenierungen bestehender Stücke entstehen „Disaster“ (2024 in Wellington) und „You and A.I.“ (2025 in Düsseldorf). Zwei hybride Events machen das Modell für andere Künstler*innen nutzbar.
Goethe-Institut: Your Play is My Play and My Play is Your Play
Unterkunft
Mit Einverständnis seiner Gäst*innen kann ein Veranstalter private Übernachtungen organisieren. Das senkt nicht nur Reisekosten und CO₂-Emissionen, auch der Ressourcen- und Reinigungsaufwand ist kleiner als der in Hotels.
Einige Unterkünfte sind fußläufig, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV erreichbar. Wo kein Auto bewegt wird, wird kein CO₂ ausgestoßen.
Wer EMAS-zertifizierte Übernachtungen bucht, hält hohe Umweltstandards ein und unterstützt eine nachhaltige Reise.
Gut zu wissen
Manche Gäst*innen brauchen einen barrierefreien Zugang zum Hotel.
Zum Nachlesen
Umweltgutachterausschuss beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Naturschutz und nukleare Sicherheit: Umwelt nachhaltig nutzen, Effizienz steigern – EMAS, das Gütesiegel der EU
FAIRWEG: Nachhaltigkeits-Zertifikate – Ein wichtiger Faktor für die Auswahl eines nachhaltigen Hotels
European Commission: EMAS for sustainable tourism – Useful tools
Dance Hive: Home-sharing and Networking, exclusively for dancers
Gäst*innenmobilität
Mit digitalen Meetings und Absprachen lassen sich Reisen vermeiden und Emissionen reduzieren.
Reisen lassen sich vermeiden durch die Bündelung von Meetings bei einem Aufenthalt. Digitale Meetings sind eine Alternative zu Meetings vor Ort.
Wer Anreisen für einmalige Aufführungen vermeiden will, kann die Veranstaltung mit Workshops oder anderen Residenzen sinnvoll kombinieren.
Kürzere Reisewege entstehen, wenn bei der Planung von Touring und Gastspielen mehrere Spielstätten zur gleichen Zeit Veranstaltungen anbieten. Dafür müssen die Spielstätten nahe beieinander liegen.
Für Strecken, die nicht länger als zehn Stunden dauern, den Zug zu nehmen, reduziert den CO₂-Ausstoß erheblich.
Der Verzicht auf Flüge vor allem innerhalb Deutschlands und bei Strecken unter 600 km trägt wesentlich zu einer klimafreundlichen Anreise bei.
Detaillierte Wegbeschreibungen und Informationen über die Anbindung an den Fernverkehr ermöglichen eine stressfreie und nachhaltige Anreise.
Bei unvermeidlichen Flugreisen lassen sich durch Direktflüge Emissionen verringern und Reisezeiten optimieren.
Informationen über die beste Radroute erleichtern Gäst*innen die sichere und umweltfreundliche Anreise mit dem Fahrrad.
Mit Leihfahrrädern oder die Zusammenarbeit mit lokalen Fahrradverleihen erleichtert der Veranstalter Gäst*innen eine umweltfreundliche Fortbewegung vor Ort.
Lässt sich der Weg nur mit dem Taxi bewältigen, zum Beispiel wegen der Barrierefreiheit, ist die Nutzung eines E-Taxis umweltfreundlicher.
Werden Autofahrten für Reisen auf das Notwendige beschränkt, werden Emissionen weniger und Ressourcen geschont.
Veranstalter*innen können Hotels danach aussuchen, ob sie Fahrräder verleihen. Auch so gelingt nachhaltige Mobilität leichter.
Informationen über die Apps lokaler Verkehrsverbünde unterstützen Gäst*innen dabei, ihre Fahrten effizient und klimafreundlich planen.
Planungstools für Reisen von Gäst*innen und Touring erleichtern die Organisation nachhaltiger und ressourcenschonender Routen.
Klauseln oder Zusatzvereinbarungen zu Nachhaltigkeit in Verträgen mit Gäst*innen ermöglichen Verbindlichkeit bei den Umweltstandards.
Gut zu wissen
Um klimaschonende Anreisen zu fördern und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu sichern, sollten Anreisetage auch im Honorar von Gäst*innen berücksichtigt werden.
Künstler*innen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen benötigen für ihre Anreise barrierefrei Wege. In diesem Fall ist gegebenenfalls eine direkte Reiseverbindung der nachhaltigeren vorziehen.
Bei der Anreise braucht es den bestmöglichen Schutz vor Übergriffen aufgrund gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Schutz bietet beispielsweise eine Reise ohne Umstiege. Aber auch die Wahl des Veranstaltungsortes ist hilfreich: An manchen Orten besteht ein niedrigeres Risiko für Diskriminierung und Belästigung.
Werden Gastspiele zusammengelegt, kann sich die Anzahl der einzelnen Aufführungen verringern, was das Risiko birgt, dass Künstler*innen insgesamt weniger Auftrittsmöglichkeiten erhalten. Hier empfiehlt sich ein sorgfältiges Abwägen von „grünem Touring“ und Vielfalt und internationalem Austausch im künstlerischen Programm.
Zugunsten der Barrierefreiheit und Inklusion wird empfohlen, CO₂-Emissionen von Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung nicht zu berücksichtigen.
Zum Nachlesen
Interrail – Eurail: Angebote für günstige Zugreisen durch Europa (Reservierungspflicht, Kontingente und länderspezifische Regelungen sind zu beachten.)
Green Touring Network: Green Touring Guide – Ein Leitfaden für Musiker, Künstler‐ und Tourmanager, Veranstalter, Venues und Bookingagenturen
Gallery Climate Coalition: Quick Carbon Estimate Calculator
atmosfair: Möglichkeiten zum klimafreundlichen Reisen
Touring Artists: Mobilität und Nachhaltigkeit (Handbücher, Leitfäden und Guides, Webinar, Förderung u.m.)
Publikumsmobilität
Ein Hinweis auf Fahrradständer zum Beispiel auf Tickets erleichtert Besucher*innen die Entscheidung für eine umweltfreundliche Anreise.
Die Kommunikation der besten Radrouten macht die Anreise mit dem Fahrrad sicherer und bequemer.
Eine Wegbeschreibung sowie Informationen zur Anbindung an den Fernverkehr helfen Besucher*innen bei der Planung ihrer Anreise. So gelingt die Anreise umweltfreundlich und stressfrei.
Ein Aufruf zur klimaschonenden Anreise erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher*innen nachhaltige Verkehrsmittel nutzen. Er lässt sich gut in der Veranstaltungswerbung unterbringen.
Eine Abfrage dazu, wie Besucher*innen anreisen, schärft das Bewusstsein der Besucher*innen für nachhaltige Mobilität.
Anreize wie günstigere Teilnahmegebühren oder Getränkegutscheine als „Belohnung“ für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen klimafreundliches Reisen attraktiver.
Im Rahmen einer Kooperation mit Verkehrsunternehmen lassen sich Veranstaltungstickets gleichzeitig als Fahrkarte für den ÖPNV nutzen.
Idealerweise unterstützt die Spielstätte bzw. das Festival die Besucher*innen bei der Organisation von Fahrgemeinschaften. Fahrgemeinschaften reduzieren den CO₂-Ausstoß und fördern den Austausch zwischen den Besucher*innen.
Eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen macht die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel attraktiver.
Mit Informationen über Apps der lokalen Verkehrsverbünde, etwa auf dem Theaterticket, können Besucher*innen ihre Anreise mit dem ÖPNV bequem planen.
Das Angebot von Shuttleservices und Mitfahrgelegenheiten erleichtert die Entscheidung für eine nachhaltigere und flexiblere Anreise.
Die Anpassung der Veranstaltungszeiten an die Fahrpläne der lokalen Verkehrsverbünde lohnt sich gerade in ländlichen Regionen: Es vereinfacht die An- und Abreise mit dem ÖPNV.
Gut zu wissen
Die Mobilität von Publika hängt stark vom Veranstaltungsort ab: Während der ÖPNV in Städten eine gute Alternative zum Auto ist, ist er das in ländlichen Räumen oft nicht.
Die Anreise für Besucher*innen mit Behinderungen muss barrierefrei sein, zum Beispiel durch taktile Leitsysteme. Für die Bilanzierung der CO₂-Emissionen empfiehlt sich, die CO₂-Emissionen von Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung nicht zu berücksichtigen.
Mitarbeitendenmobilität
Flexible Regelungen zum Homeoffice ermöglichen weniger Pendelzeiten, sodass Zeit und Emissionen eingespart werden können.
Meetings außerhalb der Rush Hour sorgen für eine stressfreie Anreise und reduzieren den Verkehr in Stoßzeiten.
Sobald Spielstätten und Festivals ihre Teams ermutigen, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu nutzen, sinkt der CO₂-Ausstoß im Pendelverkehr deutlich.
Mitarbeitende mit einem Firmenabo für öffentliche Verkehrsmittel profitieren von der nachhaltigen Mobilität: Sie ist kostengünstiger.
Informationen über Anbieter von Leihrädern und Initiativen zur Förderung der Fahrradmobilität erleichtern die Entscheidung für eine umweltfreundliche Mobilitätsoption.
Mitarbeitende können kleinere Fahrradpannen schnell selbst beheben, sofern sie eine Ausstattung mit Reparaturartikeln für Fahrräder „an Bord“ haben oder diese an der Arbeitsstätte angeboten wird. So bleiben sie nachhaltig mobil.
Eine E-Bike-Ladestation, überdachte Fahrradstellplätze oder Fahrradständer machen den Umstieg auf das Fahrrad noch attraktiver und komfortabler.
Dienstfahrräder für Termine außerhalb des Büros sind eine praktische und umweltfreundliche Alternative zum Auto.
Duschen und Umkleiden am Arbeitsort schaffen die Voraussetzung für einen frischen Start in den Arbeitstag nach der Fahrradfahrt.
In einem Nachhaltigkeitsworkshop lassen sich Mitarbeitende für CO₂-arme Mobilität sensibilisieren. Hier können nachhaltige Alternativen aufgezeigt werden.
Die angemessene Bepreisung von PKW-Stellplätzen kann den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel befördern.
Gut zu wissen
Die Anreise für Mitarbeiter*innen mit Behinderung muss barrierefrei möglich sein.
Zum Nachlesen
Coordinate Artistic Programming in the new Climate Regime: Lower the carbon footprint of artistic and audience mobilities
Kreativstrecke: Mit dem Rad zur Arbeit“ | MdRzA
Eleasa, eine Marke der MODULAT LEASING AG: Ganzheitliches Mobilitäts-Leasing von Eleasa
JobRad: Fahrrad-Leasing: Aussuchen, ausrechnen, aufsteigen
Deutsche Bahn: DB Firmenrad
Berliner Verkehrsbetriebe: Deutschlandticket Job
Comuto SA, BlaBlaCar: Die Fahrten deiner Wahl für wenig Geld
Utopiastadt gGmbH: Utopiastadtrad – Kostenloser Fahrradverleih
Personenmobilität
Einzelakteur*innen und Mitglieder von Kollektiven können für ihre Anreise zu Proben und Aufführungen öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrräder nutzen. Das senkt den CO₂-Ausstoß im Kulturbetrieb unmittelbar.
Einzelkünstler*innen und Kollektive, die Spielstätten oder Festivals nach umweltfreundlichen Reisemöglichkeiten oder Fahrrädern für die Anreise fragen, schaffen möglicherweise auch gleich ein höheres Bewusstsein bei den Teams von Spielstätten oder Festivals.
Mit einem Klapprad lassen sich längere Strecken zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln unkompliziert überbrücken.