Lüftung

  • Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster: Das reduziert den Energieverbrauch und sorgt für eine effiziente Belüftung ohne Wärmeverlust.

  • Spielstätten können ihren Energieverbrauch deutlich senken, wenn sie darauf achten, dass Lüftungsanlagen und Klimageräte nur dann eingeschaltet werden, wenn jemand bessere oder kühlere Luft braucht.

  • Mit einer Zeitschaltuhr für Lüftungsanlagen lässt sich der Energieverbrauch von Spielstätten optimieren und der unnötige Betrieb vermeiden.

Temperaturregelung

  • Mit Teppichen lässt sich der Energieverbrauch für das Heizen minimieren: Sie bewahren die Wärme im Raum.

  • Wenn Heizkörper frei stehen, kann die Wärme im Raum zirkulieren. Das wiederum reduziert den Heizaufwand.

  • Wer auf stromintensive Verbraucher wie elektrische Heizgeräte verzichtet, senkt den Energieverbrauch und reduziert den CO₂-Ausstoß.

  • Windfänge verringern den Wärmeverlust und senken so die Heizkosten.

  • Abgedichtete Türen und Fenster mit Vorhängen oder Zugluftstopper senken den Verbrauch von Heizenergie und halten die Raumtemperatur stabil.

  • Die Raumtemperatur für Büro-, Probe- oder Lagerräume können auf ihre maximal oder minimal notwendige Höhe regelmäßig überprüft werden, zum Beispiel durch Nachhaltigkeitsbeauftragte. Anschließend kann der Energieverbrauch an den Bedarf angepasst werden.

Gut zu wissen

Windfänge können die Barrierefreiheit einschränken.

Außerdem ist es wünschenswert, dass Heizen nach individuellen Bedürfnissen und entsprechend der Gesundheit erfolgt.

Biodiversität

  • Begrünte Dächer fördern das Wohlbefinden von Mitarbeitenden und die lokale Biodiversität.

  • Grünflächen mit heimischen Pflanzen auf Außenanlagen stärken die lokale Biodiversität und fördern das ökologische Gleichgewicht.

  • Landschaften, Terrassen, Fassaden und Gründächer sind grüne Korridore. Sie verbinden Gebäude mit Grünflächen und fördern die lokale Biodiversität.

Zum Nachlesen

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Bundesprogramm Biologische Vielfalt (Inkl. Förderdatenbank)

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit et al.: Bundesdeutsche Gesetzgebung mit Bezug zur Biodiversität

Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Übereinkommen über die biologische Vielfalt

Gute Praxisbeispiele

Die Oper Leipzig bietet neben den musikalischen Leckerbissen auch eine kulinarische Besonderheit: Der Honig von hauseigenen Bienen.

Stadt Leipzig: Honig von den Leipziger Opern-Bienen

Modernisierung

  • Soll eine Spielstätte saniert oder umgebaut werden, hilft eine Energieberatung dabei, ein energieeffizientes Sanierungskonzept für das Gebäude zu entwickeln.

  • Die frühzeitige Planung und Zulassung des Einbaus von Solarpanels oder anderen baulichen Veränderungen gewährleistet eine nachhaltige und zukunftssichere Energieversorgung.

  • Ein Sanierungskonzept enthält eine Finanz- und Zeitplanung. Sie ist die Basis dafür, dass Maßnahmen im angedachten Zeitrahmen umgesetzt werden.

  • Bei der Umsetzung des Sanierungskonzeptes sorgen Fachleute für die Einhaltung von Standards.

  • Neue Baustoffe bieten umweltfreundliche Lösungen für den Bau, etwa generativ gefertigte Schallabsorberplatten aus Pilzen und Pflanzenfasern.

  • Eine Gebäudetechnik braucht eine regelmäßige Überprüfung. Hierbei werden Ineffizienzen identifiziert und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen. Ziel ist ein optimaler Energieverbrauch.

Gut zu wissen

Spielstätten sollten bei der Sanierung und dem Umbau die Verordnungen zum Brandschutz beachten. Dies gilt auch für die Bestimmungen zu barrierefreien Zugängen: Manche Zugänge brauchen vielleicht eine Modernisierung.

Für die Sanierung und den Umbau denkmalgeschützter Gebäude gelten eigene Verordnungen. Fachleute beraten zum Beispiel zu nachhaltiger Energieversorgung im Rahmen des Denkmalschutzes.

Spielstätten brauchen eine ausreichende Zahl an Sozialräumen. Solche Räume werden zum Beispiel zum Stillen, Wickeln oder als Rückzugsort genutzt.

Baustoffe auf Basis von Pilzen und Pflanzenfasern können Allergien auslösen. Spielstättenbetreiber*innen müssen zusammen mit Expert*innen ihren Einsatz daher zuerst gut prüfen.

Bei der Modernisierung können Spielstättenbetreiber*innen die Anpassung an Klimafolgen bereits mitdenken. Klimafolgen sind zum Beispiel Hitzeperioden, Starkregen, Überschwemmungen und Stürme.

Zum Nachlesen

Transsolar KlimaEngineering: Unser Ansatz für eine lebenswerte Zukunft ist Schutz und Anpassung

Gira – Giersiepen GmbH & Co. KG: Nachhaltige Baustoffe: Ökologisch bauen mit umweltfreundlichen Materialien

RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V.: Nachhaltiges Bauen – Ein Überblick über nachhaltige und innovative Baustoffe im Bauwesen

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Bundesförderung für effiziente Gebäude

Bundesministerium für Finanzen: Kurz erklärt: Steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen

metergrid: Denkmalschutz, Photovoltaik und Mieterstrom: Nachhaltige Energie für historische Gebäude

Bundesfachstelle Barrierefreiheit: Gebäude

Der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik: Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

Lichtquelle

  • Der Energieverbrauch lässt sich erheblich senken, sobald die Beleuchtung in leeren Räumen ausgeschaltet wird. Die Anforderungen an Flucht- und Rettungswege müssen jedoch eingehalten werden.

  • LED-Lampen reduzieren den Stromverbrauch und haben eine längere Lebensdauer als herkömmliche Leuchtmittel.

  • Eine warmweiße, gedimmte und zeitlich gesteuerte Außenbeleuchtung schützt die Umwelt und fördert die Artenvielfalt.

  • Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren regeln den Energieverbrauch automatisch und effizient.

  • Nicht benötigte Außenbeleuchtung kann ausgeschaltet werden.

  • Außenwerbung, die beleuchtet ist, aber in einem bestimmten Zeitraum nicht benötigt wird, lässt sich ausschalten. Das reduziert nicht nur den Verbrauch von Strom, sondern senkt zudem die Lichtverschmutzung.

  • Eine energieeffiziente Beleuchtung mit warmen Farbtemperaturen (2400 bis 3000K) unterstützt dabei, Energie zu sparen.

Gut zu wissen

Bei ausgeschalteter Außenbeleuchtung muss Verkehrssicherheit herrschen, auch auf schmaleren Gehwegen, die im Dunklen Unsicherheit auslösen können.

Eine fehlende Außenbeleuchtung kann sich auf die Barrierefreiheit negativ auswirken.
In niedriger Höhe angebrachte Bewegungsmelder müssen auch Personen, die im Rollstuhl sitzen erfassen. Sobald das Licht angeht, ist der Weg barrierefrei befahrbar.

Zum Nachlesen

BUND Naturschutz in Bayern e.V.: 08/2017 Insektenfreundliche Außenbeleuchtung

BEGA Gantenbrink-Leuchten: Verantwortungsvolle Außenbeleuchtung, umweltverträgliches Licht

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Hessen e.V.: Insektenschutz unter der Laterne

Gute Praxisbeispiele

„Move Your Energy – der grüne Dancefloor“ ist ein interaktives Bodensystem, das Tanzbewegung in Strom umwandelt und so spielerisch für nachhaltige Energie sensibilisiert.

Agentur RainbowEvent: Move for Energy – der „grüne“ Dancefloor

Energieversorgung

  • Der Energieverbrauch lässt sich regelmäßig überprüfen und aufzeichnen. So können Nachhaltigkeitsbeauftragte ineffiziente Muster erkennen und Verbesserungsmaßnahmen umsetzen. Mit Stromzählern in unterschiedlichen Gebäudeeinheiten lassen sich Handlungsfelder identifizieren.

  • Mit selbst erzeugtem Solarstrom haben Spielstätten die Chance, a) unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden, b) zur Dezentralisierung des Stromnetzes beizutragen und c) die eigene Energiebilanz zu verbessern.

  • Gespräche mit Vermieter*innen über die Nutzung von Ökostrom können ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Energieversorgung sein.

  • Wer prüft, ob das öffentliche Stromnetz kurzfristig Quellen für erneuerbare Energie bereitstellt, hat es leichter, nachhaltigen Strom zu beziehen und auf regenerative Energien umzustellen.

  • Zertifizierter Ökostrom ermöglicht eine zuverlässige und umweltfreundliche Stromversorgung. Erkennbar ist er zum Beispiel an dem Label „ok-power“ oder „Grüner Strom“.

  • Die Klimabilanzierung eines Gebäudes ist hilfreich für die Entwicklung von Maßnahmen, mit denen Spielstätten ihre CO₂-Emissionen und ihren Energieverbrauch senken.

  • Photovoltaikanlagen, Geothermie oder Wärmepumpen sind Quellen grüner oder erneuerbarer Energie. Ihr Einsatz reduziert den CO₂-Ausstoß nachhaltig. So wird Energieversorgung umweltfreundlicher.

  • Regen- und Grauwasser kann gesammelt und für Toiletten und Bewässerung genutzt werden. Dies schont wertvolle Wasserressourcen.

Gut zu wissen

Fertigungsteile zum Beispiel für Solarpanels könnten in Ländern gebaut worden sein, in denen soziale Nachhaltigkeit vernachlässigt wird. Auf die Einhaltung sozialer Standards bei der Produktion können Spielstätten beim Kauf der Fertigungsteile achten.

Zum Nachlesen

Gute Praxisbeispiele

SOLiDACH war eine Initiative des Theater Rampe, die Nachbarschaft und Klimaschutz kreativ verband und Solaranlagen in Stuttgart-Süd förderte. 2025 ging sie in die Solarscouts über. Die Solarscouts Stuttgart sind ein ehrenamtliches Bürgernetzwerk, das Nachbar*innen bei Fragen zu Photovoltaik-Anlagen und Fördermöglichkeiten unterstützt.

Die Rampe e. V.: SOLiDACH – Solarinitiative Stuttgart Süd

Solarscouts: Wir informieren die Nachbarschaft für die Energiewende

Das PATHOS hat sein Dach begrünt, um aktiv zum Klimaschutz beizutragen und den städtischen Raum ökologisch zu nutzen. Mit diesem Projekt verbindet das Theater Nachhaltigkeit, Kunst und Gemeinschaft und macht ökologische Stadtentwicklung erfahrbar.

PATHOS: Nachhaltigkeit am PATHOS: Solaranlage + Dachbegrünung

Warentransport

  • Szenograf*innen und Techniker*innen können den Nachbau von Bühnenbildern vor Ort erwägen. Durch den Nachbau fallen die Emissionen weg, die der Transport der Bühnenbilder mit sich bringt.

  • Anschaffungen oder Ausleihe bei lokalen Anbietern, statt onilne zu bestellen, vermeidet Transportaufwand und schont Ressourcen.

  • Bei frühzeitiger Planung braucht es oft keinen Expressversand bei einer Warenbestellung. Auf den regulären Versand auszuweichen, bedeutet einen kleineren CO₂-Ausstoß. Eine Expresslieferung geht oft mit einem hohen CO₂-Ausstoß einher.

  • Viele Rücksendungen lassen sich mit sorgfältiger Planung vermeiden. Auch das spart Emissionen ein, einfach deshalb, weil nichts doppelt transportiert werden muss.

  • Der Einsatz von (E-)Lastenfahrrädern oder Transporträdern ermöglicht umweltfreundlichere und effizientere Transporte.

  • Mit dem Versand per Fahrradkuriere wird der CO₂-Ausstoß, der durch Transporte entsteht, erheblich reduziert.

  • Die Beschränkung von Transporten per Auto auf das Notwendige ist hilfreich bei dem Bemühen, Emissionen zu verringern und Ressourcen zu schonen.

  • Die Wahl von Speditionsdiensten mit emissionsarmen Flotten verbessert die CO₂-Bilanz des Transports.

  • Der Einsatz bodengebundener Transporte für den Versand innerhalb Europas im Vergleich mit der Luftfracht minimiert die Umweltauswirkungen des Transportes.

  • Wer interkontinentale Touren als Seefracht statt als Luftfracht organisiert, senkt den CO₂-Ausstoß signifikant.

  • Logistikunternehmen mit kraftstoffsparenden Fahrzeugen ermöglichen eine nachhaltige und effiziente Transportabwicklung.

Gut zu wissen

Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es empfehlenswert, den Materialtransport möglichst zu reduzieren – ohne dabei die künstlerische Freiheit unverhältnismäßig einzuschränken. Alle Produktionsbeteiligten sind gefragt, die Machbarkeit aus unterschiedlichen Perspektiven sorgfältig abzuwägen.

Zum Nachlesen

UTOPIA – Der Ort für Nachhaltigkeit: Klimaneutraler Versand: Wer bietet ihn an? Was bringt er? (Kostenpflichtig oder mit Werbung)

DHL Freight Germany: GoGreen@ DHL Freight: Erkunden Sie die grüne Zukunft der Logistik

Fahrwerk Kurier*innenkollektiv: Stadtfahrten

fLotte Berlin e.V.: fLotte Standorte in Berlin & Umland

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Förderung zur Anschaffung von E-Lastenfahrrädern

Mobilitätsheld – Greenbike Shop: Lastenrad-Förderung 2025: Übersicht der Kaufprämien

ADFC-Hildesheim e.V. – Hilde Lastenrad: Hilde – Das freie Lastenradsystem für Hildesheim

Gute Praxisbeispiele

Binge Culture (NZ) und machina eX (GER) entwickeln ein nachhaltiges Modell für internationale Kooperation ohne Flugreisen. Durch gegenseitige Neuinszenierungen bestehender Stücke entstehen „Disaster“ (2024 in Wellington) und „You and A.I.“ (2025 in Düsseldorf). Zwei hybride Events machen das Modell für andere Künstler*innen nutzbar.

Goethe-Institut: Your Play is My Play and My Play is Your Play

Unterkunft

  • Mit Einverständnis seiner Gäst*innen kann ein Veranstalter private Übernachtungen organisieren. Das senkt nicht nur Reisekosten und CO₂-Emissionen, auch der Ressourcen- und Reinigungsaufwand ist kleiner als der in Hotels.

  • Einige Unterkünfte sind fußläufig, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV erreichbar. Wo kein Auto bewegt wird, wird kein CO₂ ausgestoßen.

  • Wer EMAS-zertifizierte Übernachtungen bucht, hält hohe Umweltstandards ein und unterstützt eine nachhaltige Reise.

Gut zu wissen

Manche Gäst*innen brauchen einen barrierefreien Zugang zum Hotel.

Gäst*innenmobilität

  • Mit digitalen Meetings und Absprachen lassen sich Reisen vermeiden und Emissionen reduzieren.

  • Reisen lassen sich vermeiden durch die Bündelung von Meetings bei einem Aufenthalt. Digitale Meetings sind eine Alternative zu Meetings vor Ort.

  • Wer Anreisen für einmalige Aufführungen vermeiden will, kann die Veranstaltung mit Workshops oder anderen Residenzen sinnvoll kombinieren.

  • Kürzere Reisewege entstehen, wenn bei der Planung von Touring und Gastspielen mehrere Spielstätten zur gleichen Zeit Veranstaltungen anbieten. Dafür müssen die Spielstätten nahe beieinander liegen.

  • Für Strecken, die nicht länger als zehn Stunden dauern, den Zug zu nehmen, reduziert den CO₂-Ausstoß erheblich.

  • Der Verzicht auf Flüge vor allem innerhalb Deutschlands und bei Strecken unter 600 km trägt wesentlich zu einer klimafreundlichen Anreise bei.

  • Detaillierte Wegbeschreibungen und Informationen über die Anbindung an den Fernverkehr ermöglichen eine stressfreie und nachhaltige Anreise.

  • Bei unvermeidlichen Flugreisen lassen sich durch Direktflüge Emissionen verringern und Reisezeiten optimieren.

  • Informationen über die beste Radroute erleichtern Gäst*innen die sichere und umweltfreundliche Anreise mit dem Fahrrad.

  • Mit Leihfahrrädern oder die Zusammenarbeit mit lokalen Fahrradverleihen erleichtert der Veranstalter Gäst*innen eine umweltfreundliche Fortbewegung vor Ort.

  • Lässt sich der Weg nur mit dem Taxi bewältigen, zum Beispiel wegen der Barrierefreiheit, ist die Nutzung eines E-Taxis umweltfreundlicher.

  • Werden Autofahrten für Reisen auf das Notwendige beschränkt, werden Emissionen weniger und Ressourcen geschont.

  • Veranstalter*innen können Hotels danach aussuchen, ob sie Fahrräder verleihen. Auch so gelingt nachhaltige Mobilität leichter.

  • Informationen über die Apps lokaler Verkehrsverbünde unterstützen Gäst*innen dabei, ihre Fahrten effizient und klimafreundlich planen.

  • Planungstools für Reisen von Gäst*innen und Touring erleichtern die Organisation nachhaltiger und ressourcenschonender Routen.

  • Klauseln oder Zusatzvereinbarungen zu Nachhaltigkeit in Verträgen mit Gäst*innen ermöglichen Verbindlichkeit bei den Umweltstandards.

Gut zu wissen

Um klimaschonende Anreisen zu fördern und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu sichern, sollten Anreisetage auch im Honorar von Gäst*innen berücksichtigt werden.

Künstler*innen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen benötigen für ihre Anreise barrierefrei Wege. In diesem Fall ist gegebenenfalls eine direkte Reiseverbindung der nachhaltigeren vorziehen.

Bei der Anreise braucht es den bestmöglichen Schutz vor Übergriffen aufgrund gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Schutz bietet beispielsweise eine Reise ohne Umstiege. Aber auch die Wahl des Veranstaltungsortes ist hilfreich: An manchen Orten besteht ein niedrigeres Risiko für Diskriminierung und Belästigung.

Werden Gastspiele zusammengelegt, kann sich die Anzahl der einzelnen Aufführungen verringern, was das Risiko birgt, dass Künstler*innen insgesamt weniger Auftrittsmöglichkeiten erhalten. Hier empfiehlt sich ein sorgfältiges Abwägen von „grünem Touring“ und Vielfalt und internationalem Austausch im künstlerischen Programm.

Zugunsten der Barrierefreiheit und Inklusion wird empfohlen, CO₂-Emissionen von Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung nicht zu berücksichtigen.

Zum Nachlesen

Interrail – Eurail: Angebote für günstige Zugreisen durch Europa (Reservierungspflicht, Kontingente und länderspezifische Regelungen sind zu beachten.)

Green Touring Network: Green Touring Guide – Ein Leitfaden für Musiker, Künstler‐ und Tourmanager, Veranstalter, Venues und Bookingagenturen

Gallery Climate Coalition: Quick Carbon Estimate Calculator

atmosfair: Möglichkeiten zum klimafreundlichen Reisen

Touring Artists: Mobilität und Nachhaltigkeit (Handbücher, Leitfäden und Guides, Webinar, Förderung u.m.)

Publikumsmobilität

  • Ein Hinweis auf Fahrradständer zum Beispiel auf Tickets erleichtert Besucher*innen die Entscheidung für eine umweltfreundliche Anreise.

  • Die Kommunikation der besten Radrouten macht die Anreise mit dem Fahrrad sicherer und bequemer.

  • Eine Wegbeschreibung sowie Informationen zur Anbindung an den Fernverkehr helfen Besucher*innen bei der Planung ihrer Anreise. So gelingt die Anreise umweltfreundlich und stressfrei.

  • Ein Aufruf zur klimaschonenden Anreise erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher*innen nachhaltige Verkehrsmittel nutzen. Er lässt sich gut in der Veranstaltungswerbung unterbringen.

  • Eine Abfrage dazu, wie Besucher*innen anreisen, schärft das Bewusstsein der Besucher*innen für nachhaltige Mobilität.

  • Anreize wie günstigere Teilnahmegebühren oder Getränkegutscheine als „Belohnung“ für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen klimafreundliches Reisen attraktiver.

  • Im Rahmen einer Kooperation mit Verkehrsunternehmen lassen sich Veranstaltungstickets gleichzeitig als Fahrkarte für den ÖPNV nutzen.

  • Idealerweise unterstützt die Spielstätte bzw. das Festival die Besucher*innen bei der Organisation von Fahrgemeinschaften. Fahrgemeinschaften reduzieren den CO₂-Ausstoß und fördern den Austausch zwischen den Besucher*innen.

  • Eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen macht die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel attraktiver.

  • Mit Informationen über Apps der lokalen Verkehrsverbünde, etwa auf dem Theaterticket, können Besucher*innen ihre Anreise mit dem ÖPNV bequem planen.

  • Das Angebot von Shuttleservices und Mitfahrgelegenheiten erleichtert die Entscheidung für eine nachhaltigere und flexiblere Anreise.

  • Die Anpassung der Veranstaltungszeiten an die Fahrpläne der lokalen Verkehrsverbünde lohnt sich gerade in ländlichen Regionen: Es vereinfacht die An- und Abreise mit dem ÖPNV.

Gut zu wissen

Die Mobilität von Publika hängt stark vom Veranstaltungsort ab: Während der ÖPNV in Städten eine gute Alternative zum Auto ist, ist er das in ländlichen Räumen oft nicht.

Die Anreise für Besucher*innen mit Behinderungen muss barrierefrei sein, zum Beispiel durch taktile Leitsysteme. Für die Bilanzierung der CO₂-Emissionen empfiehlt sich, die CO₂-Emissionen von Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung nicht zu berücksichtigen.