Organisationsstruktur

Nachhaltigkeitsstrategie

  • Eine Nachhaltigkeitsstrategie sorgt für die Verankerung von Nachhaltigkeit in einer Organisation. Sie enthält deren ökologische, soziale und kulturelle Ziele und Maßnahmen.

  • Es ist förderlich, Ansprechpersonen oder Teams zu benennen, deren Arbeitszeit ausdrücklich (auch) für Nachhaltigkeit vorgesehen ist. Idealerweise arbeiten sie auch im Programmbereich, sodass nachhaltiges Arbeiten überall gut verankert ist.

  • Es empfiehlt sich, dass Führungskräfte bzw. Entscheidungsträger*innen die Transformationsprozesse initiieren und sich daran beteiligen. Das ist hilfreich dafür, dass die Prozesse gelingen.

  • Regelmäßige Abstimmungen über Maßnahmen für nachhaltigeres Arbeiten haben sich in vielen Team bewährt, insbesondere, wenn mehrere Arbeitsfelder und Zuständigkeitsbereiche eingebunden waren. Sie erleichtern die Planung und fördern die Verbindlichkeit, etwa durch die Klärung der Aufgabenverteilung und Reihenfolge sowie der zeitlichen Ressourcen.

  • Dokumentierte Entwicklungsfortschritte lassen sich gut nachvollziehen, machen Erfolge sichtbar und wirken so motivierend. Außerdem unterstützen die Dokumentationen Nachhaltigkeitsbeauftragte dabei, ihre Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln.

Gute Praxisbeispiele

Die ufaFabrik Berlin verbindet seit 1979 Kultur, Ökologie und Gemeinschaft in einem nachhaltigen Stadtprojekt. Mit Solaranlagen, Gründächern, Regenwassernutzung und Bildungsangeboten zeigt sie praxisnah, wie Energieeffizienz und Umweltbewusstsein im Kulturbetrieb gelingen können. 2004 wurde sie als UN-Pilotprojekt für nachhaltiges Leben ausgezeichnet.

Internationales Kultur Centrum ufaFabrik e.V.: Nachhaltigkeit und Ökologie. Ganzheitlich und sinnvoll wirtschaften

Der Spreepark Berlin wird ressourcenschonend und klimafreundlich umgestaltet – mit Fokus auf Artenvielfalt, Nutzung vorhandener Bausubstanz, erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität. Bürgerbeteiligung und ein Probebetrieb fördern weitere nachhaltige Ideen. Das Projekt erhielt das DGNB-Vorzertifikat in Platin.

Grün Berlin: Spreepark

atelier automatique hat eine Gemeinwohlbilanz erstellt. In einem intensiven Prozess wurden die Bereiche Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und Mitbestimmung analysiert. Der Bericht diente nicht nur der externen Bewertung, sondern auch der internen Organisationsentwicklung und Zielschärfung.

atelier automatique: Gemeinwohl

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste setzt umfassende Klimamaßnahmen um: Mit Green Delegates, CO₂-Bilanzen, LED-Umstellung und klimaneutralem Drucken wird Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb systematisch verankert.

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste : Nachhaltigkeit

Die Stadtbibliothek Pankow setzt aktiv Maßnahmen zum Klimaschutz um: Sie erstellt CO₂-Bilanzen, stellt auf LED-Beleuchtung um, beschafft umweltfreundlich und bietet Angebote wie Lastenradverleih, Foodsharing und Umweltbildungsprojekte in Kooperation mit lokalen Initiativen.

Stadtbibliothek Pankow: Kategorie: Nachhaltigkeit

Unterstützungsstrukturen

  • Es empfiehlt sich, dass Materialverantwortliche frühzeitig lokale Initiativen kontaktieren, zum Beispiel Repair-Cafés, offene Werkstätten, Theaterfundi, Technikverleihen, Stadtreinigung oder soziokulturelle Vereine. Erfahrungsgemäß lassen sich so Ressourcen schonen, die Kultur des Reparierens wird gefördert und regionale Kooperationen gestärkt.

  • Frühzeitig einbezogen unterstützen Vermieter*innen, Behörden oder Sponsor*innen möglicherweise dauerhaft bei Transformationsprozessen. Mithilfe solcher externen Interessengruppen lassen sich Hürden schneller aus dem Weg räumen.

  • Architekt*innen, Bauingenieur*innen, Hausmeister*innen oder Nachhaltigkeitsexpert*innen: Fachpersonen wie sie können dabei unterstützen, Maßnahmen zur ökologischen Nachhaltigkeit zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Etwa Maßnahmen für Gebäude, Energieeffizienz oder Materialeinsatz. Mit ihrer Expertise lassen sich Fehlinvestitionen vermeiden und tragfähige nachhaltige Lösungen fördern.

  • Eine solide Finanzierung ist die Basis für die erfolgreiche Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojekten. Diese betreffen z. B. Bereiche wie ressourcenschonende Infrastruktur, klimagerechte Veranstaltungsformate oder Bildungsangebote. Die gezielte Recherche nach Fördermitteln kann zu erfolgreichen Transformationsprozessen entscheidend beitragen. Fördermittel kommen z. B. von Kultusministerien, Denkmalschutzprogrammen, Stiftungen oder aus privaten Spenden.

Produktionsplanung

  • Wenn frühzeitig und mit ausreichend Vorlaufzeit geplant wird, können alle Beteiligten während der Produktion nachhaltiger arbeiten. Das reduziert stressbedingte Ressourcenverschwendung – konkret auch Geld – und Zeitdruck.

  • Schon zu Beginn einer Zusammenarbeit lohnt es sich, gemeinsame Nachhaltigkeitsziele festzulegen und Maßnahmen zu planen. Zum Beispiel ein digitales statt eines gedruckten Programmhefts, der Einsatz recycelter Materialien oder die Wiederverwendung von früheren Bühnenbildern.

  • Veranstaltungsorte mit Nachhaltigkeitskonzepten können Künstler*innen und Kollektive besser dabei unterstützen, Proben und Aufführungen umweltfreundlich umzusetzen. Es kann z.B. schneller geprüft werden, ob vorhandene Materialien nutzbar sind.

  • Hilfreich für eine nächste Zusammenarbeit ist es, wenn Künstler*innen bzw. Produktionsteam und Veranstaltungsort die Ergebnisse der Maßnahme(n) nach Projektende auswerten. Diese Auswertung kann auch für Sachberichte oder Verwendungsnachweise genutzt werden.

Veranstaltungsplanung

  • Bei Veranstaltungen verbessert ein „Leitfaden nachhaltiges Arbeiten“ die interne Kommunikation und hilft dabei, umweltfreundliche Praktiken langfristig im Planungsprozess zu verankern. Zudem bietet er Orientierung für zukünftige Veranstaltungen.

  • Wiederaufnahmen statt Neuproduktionen schonen Materialien, machen Bühnenbilder länger nutzbar und fördern nachhaltige Produktionsstrukturen.

  • Die Verknüpfung von Residenzen mit Gastspielterminen ist hilfreich für Künstler*innen(-Gruppen), die Ressourcen effizienter nutzen und ihren Reiseaufwand reduzieren möchten.

  • Gastspiele in mehreren nahegelegenen Orten reduzieren Reiseaufwand und Emissionen und erweitern die Reichweite. Wenn Tourstrukturen von Fördermodellen abhängen, unterstützt eine strategische Abstimmung mit Förderstellen die Umsetzung nachhaltiges Touring.

  • Materialverantwortliche, die mit Künstler*innen, Gäst*innen bzw. Spielstätten früh klären, welches Material vorhanden und nutzbar ist, vermeiden unnötige Neubeschaffungen.

  • Der Vergleich digitaler, hybrider und Präsenzveranstaltungen unterstützt Veranstalter dabei, für jede Veranstaltung die nachhaltigste Lösung zu finden.

  • Nachhaltige digitale Plattformen und Software helfen dabei, den ökologischen Fußabdruck hybrider oder digitaler Veranstaltungen zu reduzieren.

  • Klimasensible Arbeitsstrategien bei der Auswahl von Künstler*innen zu berücksichtigen ist förderlich für die Nachhaltigkeit in Spielstätten und bei Festivals.

Gut zu wissen

Nachhaltiges Arbeiten bedarf häufig einen erhöhten Zeitaufwand. Die Flexibilität, auf gesellschaftliche Entwicklungen ggf. kurzfristig künstlerisch reagieren zu können, sollte dadurch nicht behindert werden. Künstlerische Freiheit und ökonomische Nachhaltigkeit sollten hier gut abgewogen werden.

Zwar sind Wiederaufnahmen aus ökologischer und nachhaltiger Sicht ressourcenschonender als Neuproduktionen. Jedoch sollte die wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Bühnen-, Kostüm- und Maskenbildner*innen in Entscheidungen einbezogen und diese Berufsgruppen an Wiederaufnahmen finanziell beteiligt werden. Zum Beispiel durch vertraglich vereinbarte Tantiemen im Falle einer Wiederaufnahme.

Zum Nachlesen

NRW KULTURsekretariat: Greenstage – Förderprogramm für Mitgliedstädte des NRW KULTURsekretariat

Theater und Nachhaltigkeit: Leitfäden für „grünes“ Produzieren (für Veranstaltungen ans Ende der Seite scrollen.)

Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege e.V.: Labor Tempelhof Guidebook

Kulturstiftung des Bundes: Veranstaltungen klimabewusst planen und umsetzen

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen

Verein reflector: Green Guide

The Green Room: STOMP: Sustainable Tools for Online Music Practices

Gute Praxisbeispiele

Das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste fördert mit Mitteln des Kulturministeriums NRW die Umarbeitung bestehender Produktionen aus den Freien Darstellenden Künsten. Ziel ist, diese so anzupassen, dass sie nachhaltiger und besser für kleinere, ländliche Spielorte mit wenig Infrastruktur geeignet sind.

NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste: ÖkoKult NRW: Tiny Adaptions

Kommunikation

Kommunikationsleitlinien

  • Ein Team braucht ein gemeinsames Leitbild, um nachhaltiger produzieren zu können. Das Leitbild fördert ein einheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit und sorgt für die Verständigung über eine nachhaltige Arbeitsweise. Zudem macht es nachhaltige Prinzipien für die Öffentlichkeit und die eigene Organisation sichtbar.

  • Eine Ansprechperson oder Arbeitsgemeinschaft (AG) zum Thema „Nachhaltig produzieren“ sorgt für Klarheit bei den Zuständigkeiten. Zudem ermöglicht es die ständige Weiterentwicklung nachhaltiger Maßnahmen.

  • Für die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen ist es förderlich, wenn die Verantwortung im Team verteilt ist. Transparenz sorgt für verbindliche Entscheidungen aller internen und externen Beteiligten.

  • Nachhaltigkeitsbeauftragte können bei Jour fixes zu Nachhaltigkeit Feedback einholen, Maßnahmen überprüfen und Ansätze entwickeln.

  • Die Integration von Nachhaltigkeit in Betriebsausflüge oder Sommerfeste stärkt das Bewusstsein im Team für das Thema. Sie zeigt, dass Nachhaltigkeit im Miteinander eine Rolle spielt.

  • Ein umweltfreundliches System aus digitalen Tickets, ÖPNV-Kombination und Informationen zur Anreise kann Besucher*innen zu klimafreundlichen Entscheidungen motivieren.

  • Die Diskussion über Nachhaltigkeitsstandards zwischen Team und Gäst*innen ist förderlich für ein stärkeres Bewusstsein. Die Ergebnisse der Diskussion können Nachhaltigkeitsbeauftragte einer Spielstätte bzw. eines Festivals in Verträgen verankern, sodass dauerhafte Verbindlichkeiten entstehen.

  • Durch Austausch und kollegiale Beratung bei Veranstaltungen kann Wissen unkompliziert und praxisnah an unterschiedliche Publika weitergegeben werden.

Zum Nachlesen

2050 Media Projekt – Klimafakten: Über Klima sprechen. Das Handbuch

Umweltbundesamt: Effiziente Ansätze in der Klimakommunikation

Gute Praxisbeispiele

„#Weben für Morgen“ (21.–23. März 2024) auf der INSEL zeigte, wie Kultur und Stadtgesellschaft kreativ und nachhaltig den Klimakollaps angehen. Mit Performances, interaktiven Aktionen und Austausch entstand ein Netzwerk für gemeinsame Nachhaltigkeitsprojekte.

Insel e.V.: Dokumentation #Weben für Morgen

Wissensvermittlung

  • Die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsthemen in der künstlerischen Arbeit schafft neue Perspektiven und kann gesellschaftliche Diskurse anregen.

  • Workshops und Seminare sind für Teammitglieder wertvoll. Hier vertiefen sie ihr Wissen und erhalten Impulse für das nachhaltigere Produzieren. Hilfreich ist es, wenn das ganze Team teilnimmt und die Fortbildungen regelmäßig stattfinden.

  • Weniger Merchandise, keine (Werbe-)Geschenke: So werden weniger Ressourcen verbraucht. Manche Veranstalter möchten Merchandising betreiben und ihre ökologische Bilanz verbessern. Für sie ist es hilfreich, auf Nachhaltigkeitsstandards zu achten. Dazu gehören eine faire Produktion, recycelte Materialien, Langlebigkeit und umweltfreundliche Verpackung.

  • Der Austausch von Wissen im Team fördert das gemeinsame Lernen. Damit können am Ende nachhaltige Maßnahmen leichter umgesetzt werden.

  • Die Kommunikation von Nachhaltigkeitszielen und Maßnahmen an Publika, Förderer und Kooperationspartner*innen unterstützt bei der Sichtbarmachung des Engagements. Der Veranstaltungsort schafft dadurch ein Bewusstsein zu Themen der Nachhaltigkeit und erhält eine Vorbildfunktion.

  • Diskussionsveranstaltungen, Vorträge oder Infoformate schärfen das Bewusstsein der Publika für Nachhaltigkeit und regen zur Reflexion an.

  • Informationen über klimaschonende Anreiseoptionen zum Beispiel auf Tickets oder Flyern, sowie ein „grüner Reiseplan“ unterstützen Publika und Künstler*innen bei der Entscheidung für nachhaltige Mobilität.

Gut zu wissen

In der Kommunikation und bei einem neuen Ticketsystem muss die Barrierefreiheit sichergestellt werden.

Gute Praxisbeispiele

Das PATHOS bietet ein Klimafolgekosten-Ticket an, mit dem Besucher*innen freiwillig einen Teil der durch ihren Theaterbesuch verursachten CO₂-Folgekosten übernehmen. Die Einnahmen fließen in den Münchner Klimaschutz- und Transformationsfonds und unterstützen lokale Projekte wie Solaranlagen oder Dachbegrünung.

PATHOS: Nachhalitgkeit am PATHOS – Klimafolgekosten Ticket

Das Armada Theater wirft einen humorvoll-poetischen Blick auf den Klimawandel. In einer Live-Katastrophenfilm-Performance im Miniaturformat werden die Folgen menschlichen Handelns – Waldbrände, Dürren, Starkregen – eindrucksvoll sichtbar.

Armada Theater: One World Is Not Enough

Das Projekt „Mülheimer Müllviecher“ zeigt, wie aus Plastikmüll partizipative Kunst und kollektiver Umweltschutz entstehen kann. Theatermitarbeiter*innen und Stadtbewohner*innen gestalten gemeinsam fantasievolle Wesen aus Abfall, sensibilisieren spielerisch für Nachhaltigkeit und fördern so kreative Stadtgesellschaft und Ressourcenschonung.

Theater an der Ruhr: Die Mülheimer Müllviecher sind los

Bühne

Materialien

  • Materialien wie Stoffe oder Requisiten wiederzuverwenden, statt neu zu kaufen, schont die Umwelt. Zum Beispiel lässt sich Material, das verschraubt und nicht verklebt ist, immer wieder einsetzen.

  • Mit der Reparatur von Materialien und Kostüme – statt Entsorgung und Ersatz – werden Ressourcen geschont und es wird weniger Abfall produziert.

  • Der Kauf von Secondhand-Material und der Kauf von Material, das ein Umweltsiegel trägt, reduziert den ökologischen Fußabdruck einer Produktion.

  • Neuanschaffungen können über öffentliche Lieferketten oder Geschäfte laufen. Das stärkt lokale Wirtschaftskreisläufe und es entstehen weniger Emissionen als bei Onlinekäufen.

  • Beim Einkauf neuer Materialien die Möglichkeiten von Entsorgung, Verleih oder Weitergabe mitzudenken erhöht ihre Wiederverwendbarkeit und verlängert den Lebenszyklus.

  • Der Einsatz umweltfreundlicher, wiederverwendbarer und langlebiger Materialien fördert die nachhaltigere Produktion. Wegwerfprodukte sind dann nicht mehr nötig.

  • Materialien an Kolleg*innen für die Wiederverwendung zu verleihen oder weiterzugeben trägt zu einem klimabewussten Umgang bei. Gemeinschaftlich genutzte Lagerflächen schaffen darüber hinaus Vernetzungsmöglichkeiten.

  • Eine digitale Inventarliste gibt einen Überblick über Materialien, die verliehen oder weitergegeben werden können. Mit ihr wird der Materialkreislauf geschlossen und sie hilft bei der Kommunikation mit Gäst*innen über verfügbare Materialien.

  • Bevor Gefahrenstoffe wie Farben, Lacke, Lösungsmittel oder Reinigungsmittel bei Bühnenbildern oder der Raumreinigung zum Einsatz kommen, können umweltfreundlichere Alternativen geprüft werden.

  • Gefahrenstoffe lassen sich über Entsorgungshöfe nachhaltig entsorgen – statt über den Restmüll.

Gut zu wissen

Gegebenenfalls müssen Materialien den Anforderungen der Brandschutzverordnung entsprechen, zum Beispiel B1. Dies sollte mit den Verantwortlichen einer Spielstätte bzw. eines Festivals geklärt werden.

Zum Nachlesen

Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege e.V.: UMDENKEN – DIE C2C DENKSCHULE

HMV Hanseatische Materialverwaltung: Initiative für Materialkreisläufe (D / CH / AU)

Verbund offener Werkstätten: Was sind offene Werkstätten?

reparaturinitiativen.de: Reparaturinitiativen

Berufsgenossenschaft der Baugenossenschaft: Gefahrstoffsuche

Theater und Nachhaltigkeit: Fundus und Materiallager

Stiftung „Ecken wecken“ depot.social: depot in Deiner Stadt/Region

SZENOGRAFIE-BUND e.V.: Arbeitsgruppe Ökologische Nachhaltigkeit – Der Leitfaden „Grüne Bühne“

Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG): Nachhaltige Produktionen („Theatre Green Book“)

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ): Siegelklarheit – Gezielt informieren. Bewusst einkaufen. Nachhaltig handeln.

Gerriets: Nachhaltigkeitsprojekt – Recycling von Tanzböden und Projektionsfolien

StuFF: Neue Materialzyklen für Theater und Szenografie

Theater und Nachhaltigkeit: Kostüm

Nachhaltige Kleidung: Übersicht nachhaltiger Materialien

dejure.org Rechtsinformationssysteme: Versammlungsstättenverordnung (Abschnitt 2 – Brandverhütung)

Stiftung „Ecken wecken“ depot.social: Ressourcen teilen und verleihen in Leipzig

Gute Praxisbeispiele

Die ressourcerie automatique ist eine digitale Materialbörse für die freie Szene: Kostüme, Requisiten und Bühnenbauten werden hier geteilt statt neu produziert. Ergänzend bietet sie Workshops, Beratung und Vernetzungstreffen an, um nachhaltiges Produzieren und den bewussten Umgang mit Ressourcen in der Kulturpraxis zu fördern.

ressourcerie automatique: atelier automatique

Zero – Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte ist ein Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes, das Kultureinrichtungen unterstützt, ihre Produktion klimaneutral umzugestalten. Mit Maßnahmen in Bereichen wie Energie, Mobilität und Materialkreislauf erproben sie konkrete Lösungen und geben ihre Erfahrungen bundesweit weiter.

Kulturstiftung des Bundes: Geförderte Projekte im Fonds Zero

Bühnentechnik

  • Der Einsatz von Technik mit geringer Wattzahl – etwa energieeffiziente LED-Lampen – reduziert den Stromverbrauch bei Aufführungen und trägt zur Reduktion des Energieverbrauchs bei.

  • Aufführungen, die weniger Beleuchtungstechnik brauchen, reduzieren den Energieverbrauch. So wird eine Veranstaltung nachhaltiger.

  • Modulare Bauelemente können wiederverwendet werden, sowohl für eigene als auch für externe Produktionen.

  • Eine digitale Inventarliste für verleihbare Bühnentechnik erleichtert die Weitergabe von Materialien an Kolleg*innen.

  • Manche Technik und einige Bühnenelemente werden nicht ständig eingesetzt. Werden sie verliehen oder weitergegeben, unterstützt dies die Kreislaufwirtschaft und verringert den Bedarf an Neubeschaffung.

  • Eine Prüfung, ob Bühnentechnik wie LED-Scheinwerfer oder Lautsprecher wiederverwendet werden können, kann eine zu frühe Anschaffung von neuen Geräten vermeiden.

  • Die Neubeschaffung reparaturtauglicher Geräte ist förderlich für die langfristige Ressourcennutzung und die Vermeidung von Elektroschrott.

  • Wer nicht online bestellt, sondern über öffentliche Lieferketten oder in Geschäften einkauft, reduziert Transportwege und Emissionen.

Gut zu wissen

Beim Verleih oder der Weitervergabe von Technik und Bühnenelementen müssen rechtliche Aspekte beachtet werden, etwa Haftungsfragen, das Urheberrecht und die Dokumentation von Leihverhältnissen. Auch Mietverträge und Versicherungsfragen müssen dabei berücksichtigt werden.

Die Wahl von Lichtquellen darf die künstlerische Freiheit nicht einschränken. Ökologische und kulturelle Nachhaltigkeit sollten daher sorgfältig abgewogen werden.

Zwar lassen sich bei geringer Wattzahl Energie sparen. Aber dies darf nicht durch den Einsatz zusätzlicher Geräte aufgehoben werden. Geräte mit einer guten Energieeffizienz und einer hohen Lichtausbeute beugen dem vor.

Zum Nachlesen

Gute Praxisbeispiele

Die Schaubühne übernimmt soziale, kulturelle und ökologische Verantwortung. Dazu gehören u.a. LED-Beleuchtung, Bewegungsmelder, klimafreundlicher Bühnenbildbau, Jobtickets, E-Lastenräder und Bahnreisen statt Flügen. Seit 2019 wird eine jährliche Klimabilanz erstellt und Dekorations-Emissionen kompensiert. Weitere Maßnahmen wie die vollständige Umstellung auf LED und eine Photovoltaik-Anlage sind in Planung.

Schaubühne am Lehniner Platz: Nachhaltigkeit

Im Deutschen Theater wurden in der Spielzeit 2023/24 Produktionen in der Box auf Nachhaltigkeit geprüft und erste Maßnahmen für die Grundstufen-Zertifizierung 2024/25 umgesetzt: mehr Materialwiederverwendung, Abfallreduktion, energieeffiziente Gebäudetechnik und ein erster Nachhaltigkeitsplan. Weitere Optimierungen und eine Photovoltaik-Anlage folgen.

Deutsches Theater Berlin: Das ETC Theatre Green Book und sein Einsatz am DT

Die Dutch National Opera & Ballet setzt seit Jahrzehnten auf Nachhaltigkeit bei Bühnenbildern und Kostümen. Für die Bühnenbilder wird das modulare, wiederverwendbare Gerüstsystem „Layher“ genutzt, das Material spart und weltweit flexibel einsetzbar ist. Auch bei den Kostümen wird auf Wiederverwendung gesetzt: Stoffreste werden gesammelt und erneut verwendet, Accessoires und Schuhe mehrfach eingesetzt. Einige Kostüme sind sogar seit über 40 Jahren im Gebrauch.

Dutch National Opera & Ballet: Sustainable set design und The costume cycle

Die Oper Leipzig setzt auf nachhaltige Produktionsmethoden und umweltfreundliche Materialien, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und die Qualität von Bühnenbildern, Kostümen und Requisiten zu sichern. Nachhaltigkeit wird als gesellschaftliche Verantwortung verstanden und durch gezielte Sensibilisierung aller Mitarbeitenden gefördert.

Oper Leipzig: Nachhaltige Theaterwerkstätten

Büro & Backstage

Bestellungen

  • Weniger Onlinebestellungen führen zu weniger Emissionen, die sonst beim Transport der Waren entstehen. Eine Richtlinie wie „Kauft nicht bei großen Onlinehändlern wie Amazon“ unterstützt lokale Wirtschaftskreisläufe.

  • Eine bedarfsorientierte Planung von Bestellungen ist hilfreich bei dem Versuch, Ressourcen einzusparen und Abfälle zu vermeiden. Hierbei kann auch auf Rücksendungen verzichtet werden.

  • Der Vergleich von Angeboten regionaler und umweltfreundlicher Anbieter ist hilfreich für die Verringerung des CO2-Ausstoßes und die lokale Wirtschaft.

  • Weniger (Plastik-)Verpackungen führen zu weniger Abfall und fördern den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Büromaterial

  • Es gibt Alternativen für gedruckte Werbemittel, zum Beispiel digitale Formate oder wiederverwendbare Materialien. Mit ihnen sinkt der Papierverbrauch, was wiederum gut zu einer nachhaltigeren Arbeitsweise passt.

  • Die passgenaue Planung von Druckaufträgen führt dazu, dass Druckereien nur die benötigte Menge beispielsweise an Werbemitteln produzieren. So entsteht kein Abfall.

  • Der doppelseitige Schwarzweißdruck aus Refill-Patronen schont die Ressourcen: Sowohl der Papier- als auch der Tintenverbrauch ist niedriger.

  • Der Einsatz von Recyclingpapier für Notizen, Druckerzeugnisse und Aktenordner reduziert die Umweltbelastung und fördert die Kreislaufwirtschaft.

  • Die Zusammenarbeit mit Umweltdruckereien verkleinert den ökologischen Fußabdruck, wenn die Druckereien nachhaltige Druckverfahren anwenden. Dazu gehören zum Beispiel wasserbasierte Farben oder energieeffiziente Maschinen.

  • Auch im Büro lässt sich der ökologische Fußabdruck verkleinern: mit Büromaterial klimafreundlicher Anbieter – ob Stifte, Kleber oder Klebeband.

  • Putz- und Waschmitteln ohne Chemikalien sind förderlich für den Umweltschutz und die Gesundheit.

Gut zu wissen

Tintentankdrucker sind besonders umweltfreundlich. Ihre Tintenbehälter sind nachfüllbar, sodass weniger Abfall als bei Patronendruckern entsteht.

Zwischen Papier, Druckverfahren und Farbqualität bestehen Unterschiede: Viele Druckereien labeln sich als „grün“, bieten aber nur einen umweltfreundlichen Versand an.

Zum Nachlesen

Digitaltechnik

  • Digitale Meetings ersetzen Anreisen und senken somit den CO2-Ausstoß.

  • E-Mails, die auf das Wesentliche beschränkt sind, sind Teil einer schlanken digitalen Kommunikation. Ein Anruf oder der Austausch über einen Messenger ist oft sogar nachhaltiger.

  • Energieeffiziente digitale Technologien senken den Energieverbrauch. Durch die gezielte Wahl nachhaltig wirtschaftender Anbieter lässt sich der ökologischen Fußabdruck digitaler Prozesse verkleinern. Zum Beispiel beim Gebrauch von Suchmaschinen, Hard- und Software, Internetdienste, KI, Videokonferenzen, Webhosting und Datentransfer.

  • Künstliche Intelligenz (KI) verbraucht viel Energie. Ein gezielter, effizienter Einsatz mit klarem Mehrwert spart Ressourcen.

  • Veraltete oder nicht mehr benötigte Daten lassen sich regelmäßig von Servern löschen. So lässt sich Datenmüll vermeiden und Speicherplatz wird effizienter genutzt.

Gut zu wissen

Bei digitalen Anbietern muss manchmal zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit abgewogen werden. Zoom zum Beispiel bietet zwar nicht den ökologisch besten Server, gilt aber als barriereärmer als viele andere Anbieter, da es z. B. automatische Live-Untertitel und die Möglichkeit bietet, Gebärdensprachdolmetscher*innen dauerhaft im Bild zu fixieren.

Durch digitale Geräte und Systeme wie Server, Rechenzentren, Endgeräte entsteht ein erheblicher Strom- und Wasserverbrauch. Zudem ist eine digitale Infrastruktur aus Cloud-Diensten, Streaming, Kommunikationstechnologien oft mit einem hohen CO2-Ausstoß verbunden, besonders, wenn keine erneuerbaren Energien verwendet werden.

Personen ohne Smartphone oder digitale Kenntnisse könnten von digitalen Meetings ausgeschlossen sein. Dieser Ausgrenzung gilt es vorzubeugen.

Technikgeräte

  • Der Kauf oder die Ausleihe gebrauchter oder generalüberholter („refurbished“) Technikgeräte kann bei Neuproduktionen Ressourcen senken.

  • Manche Technikgeräte können repariert, weitergegeben oder umfunktioniert werden und müssen nicht entsorgt werden. Das trägt zur Reduktion von Elektroschrott bei und fördert die Kreislaufwirtschaft.

  • Gut gepflegte Technikgeräte haben eine längere Lebensdauer. Die regelmäßige Wartung hält Neuinvestitionen auf niedrigem Niveau.

  • Bei Neuanschaffungen ist es empfehlenswert, dass es sich um Niedrigenergiegeräte handelt, die sich zudem reparieren lassen – zugunsten einer längeren Nutzungsdauer.

  • Neuanschaffungen per Onlinekauf lassen sich oft vermeiden: Öffentliche Lieferketten oder lokale Geschäfte bieten ebenfalls benötigte Materialien. Bei ihnen zu kaufen ist hilfreich für die Reduktion des CO2-Ausstoßes und fördert lokale Wirtschaftskreisläufe.

  • Technikgeräte müssen umweltfreundlich und gemäß den gesetzlichen Vorschriften entsorgt werden. Das schützt die Umwelt und fördert die ordnungsgemäße Wiederverwertung von Materialien.

  • Mehrfachsteckdosen mit Schalter oder ein Hauptschalter stellen sicher, dass Geräte vom Stromnetz getrennt und nicht im Standby-Modus sind.

  • Ein optimal ausgenutztes Kühlschrankvolumen und der Betrieb auf kleinster Kühlstufe senken den Stromverbrauch und das spart wiederum Energie.

  • Theaterferien, Urlaube, Feierabend: In solchen Zeiten werden Geräte nicht genutzt und können ausgeschaltet werden, auch Rechner. Das senkt den Energieverbrauch und die Stromkosten.

  • Der Verzicht auf nicht zwingend notwendige batterie- oder akkubetriebene Geräte – etwa kabellose Mäuse oder Tastaturen – reduziert den Ressourcenverbrauch.

  • Wenn auf nicht unbedingt benötigte Elektrogeräte verzichtet wird, schont das die Ressourcen.

Mülltrennung

  • Papier, Glas, Kunststoffe, Metalle, Bioabfälle, Textilien, Holz, Batterien, Elektronik: Irgendwann wird all das zu Müll. Wenn dieser sorgfältig getrennt wird, erhöht dies die Recyclingquote und die Effizienz bei der Ressourcennutzung.

  • Hilfreich für die richtige Mülltrennung und -Entsorgung ist die gut sichtbare Beschriftung der Müllbehälter. Besonders gut sind Piktogramme: Als universell verständliche Zeichen ermöglichen sie die korrekte Zuordnung der Abfälle zu den Behältern.

  • Eine gut sichtbare Erläuterung des Mülltrennungssystems erleichtert die korrekte Entsorgung auch für Personen, die damit nicht vertraut sind.

  • Der Verzicht auf (Plastik-)Müll reduziert das Abfallaufkommen und es gerät weniger Plastik in die Umwelt.

Zum Nachlesen

Gemeinsame Stelle dualer Systeme Deutschlands: Mülltrennung wirkt. Wir zeigen, wie und warum.

NABU (Naturschutzbund Deutschland) e. V.: Abfall und Recycling – Müll als Rohstoff wiederverwenden

Theater und Nachhaltigkeit: Abfallwirtschaft

Außenflächen

  • Eine natürliche Akustik und Beleuchtung sorgen für eine ruhige, angenehme Atmosphäre – ganz ohne Lärmverschmutzung.

  • Naturnahe Elemente und standortangepasste Pflanzen schützen die Umwelt, fördern die Biodiversität und schonen die Ressourcen.

  • Gemeinschaftsgefühl stärken, Bewusstsein für nachhaltige Praktiken schaffen: Wer solche Anliegen verfolgt, kann Publika in die Gestaltung von Außenflächen einbeziehen, zum Beispiel, indem es bei Aktionstagen oder auf ausgewiesenen Flächen Hochbeete anlegen oder Insektenhotels pflegen kann.

Gut zu wissen

Außenflächen aus naturnahen Elementen und standortangepassten Pflanzen fördern die Biodiversität, schonen Ressourcen, reduzieren den Pflegeaufwand und sind widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen. Eine natürliche Akustik und Beleuchtung senkt den Energieverbrauch und schont die Umwelt. Zudem unterstützt sie die Biodiversität, indem sie den Lebensraum der lokalen Flora und Fauna respektiert. Außerdem trägt sie zu einem ausgewogenen Ökosystem bei.

Sanitäranlagen

  • Recyceltes Toilettenpapier und Handtücher bewahren Ressourcen und reduzieren Abfall.

  • Der Verbrauch kalten Wassers schont wertvolle Ressourcen. Es entfällt der Energieverbrauch, der bei der Erwärmung von Wasser entsteht.

  • Wasser sparen geht oftmals schon mit Einsätzen in Wasserhahn oder Duschkopf, zum Beispiel einem Ring, der den Wasserfluss beschränkt.

  • Wassersparmaßnahmen wie die Sparspültaste an Toiletten senken den Wasserverbrauch. Ein Hinweis in den Toiletten der Veranstaltungsorte kann hilfreich dafür sein, dass Gäst*innen und Mitarbeitende weniger Wasser verbrauchen.

  • Vegane Bioseife in wiederbefüllbaren Flaschen senkt den Verbrauch von Einwegverpackungen und schützt die Umwelt.

  • Komposttoiletten bieten eine ressourcenschonende Alternative zu konventionellen Sanitärsystemen – insbesondere bei Open-Air-Veranstaltungen oder temporären Spielorten. Sie reduzieren Wasserverbrauch und ermöglichen eine Kreislaufnutzung von Nährstoffen.

Gut zu wissen

Zwar sind Papierhandtücher hygienischer als Stoffhandtücher. Aber Stoffhandtücher oder Baumwollhandtücher sind umweltfreundlicher, denn sie können wiederverwendet werden. Der ökologische Unterschied zwischen Händetrocknern und Handtüchern ist vor allem die Effizienz der Technologie, der Stromverbrauch sowie die Häufigkeit der Nutzung.

Nicht alle können oder möchten sich die Hände mit kaltem Wasser waschen. Manchmal sprechen Bedürfnisse oder gesundheitliche Aspekte dagegen. In solchen Fällen sollte auch warmes Wasser bereitstehen.

Toiletten müssen barrierefrei sein. Dazu gehört auch das Angebot von genderneutralen Toiletten.

Gute Praxisbeispiele

Im PACT Zollverein wird empfohlen, die Hände vor dem Abtrocknen zwölfmal zu schütteln – dann genügt ein einziges Papierhandtuch. Dies spart Ressourcen und funktioniert laut Empfehlung zuverlässig. Die Idee stammt aus einem TED-Talk, der auf YouTube zu finden ist.

PACT Zollverein Choreographisches Zentrum NRW: Nachhaltigkeit

Bar & Catering

Getränke

  • Leitungswasser – idealerweise aus Wasserspendern – ist eine umweltfreundliche Alternative zu Wasser aus Plastikflaschen. Auch hier lässt sich Plastikmüll einsparen.

  • Getränke aus Mehrwegtrinkflaschen unterstützen bei der Müllvermeidung. Der Ausschank schärft das Bewusstsein von Gäst*innen für nachhaltiges Handeln.

  • An Sammelstellen für Tassen und Gläser können Gäst*innen ihre Trinkgefäße abstellen. Das Geschirr kann abgespült und wiederverwendet werden.

  • Der Kauf von Fairtradekaffee und -Kakao aus Bioanbau unterstützt faire Arbeitsbedingungen und die nachhaltige Landwirtschaft.

  • Eiswürfel lassen sich mit wiederverwendbaren Behältern herstellen, sodass kein Müll aus Plastikbeuteln entsteht.

  • Strohhalme aus Glas, Edelstahl oder auch Nudeln sind Alternativen zu Plastikhalmen.

Gut zu wissen

Internationale Gäst*innen brauchen einen Hinweis auf die Wasserqualität; mindestens auf Englisch.

Für Pfandgeld und Mehrwegflaschen gibt es Förderregeln, die zu prüfen sind.

Glasflaschen in Proberäumen und auf der Bühne können gefährlich werden, sobald Personen barfuß proben bzw. performen. Hier gilt es für Sicherheit zu sorgen und ihren Einsatz sorgfältig abzuwägen.

Gute Praxisbeispiele

Die Kantine Zukunft berät Berliner Großküchen dabei, nachhaltiger und klimafreundlicher zu kochen. Mit praktischen Workshops und Fokus auf regionale, saisonale Bio-Zutaten gelingt so eine Umstellung auf bis zu 60 % Bio, ohne Mehrkosten.

Speiseräume – Büro für angewandte Ernährungspolitik: Kantine Zuknft

Lebensmittel

  • Mit einem bedarfsgenauen Einkauf saisonaler und lokaler Produkte werden Transportwege kürzer. Zudem werden weniger Lebensmittel verschwendet.

  • Ein Angebot aus veganen und vegetarischen Lebensmitteln reduziert den ökologischen Fußabdruck erheblich.

  • Fleisch- und Milchprodukte von Tieren aus artgerechter Haltung mindern das Tierleid und belasten die Umwelt weniger.

  • Der Kauf von Fairtrade-Zucker aus biologischem Anbau ist ein Beitrag zu fairen Arbeitsbedingungen und dem Schutz der Natur.

  • Butter und Palmöl haben eine schlechte Klimabilanz. Mit dem Verzicht auf solche Produkte wird das Klima geschützt.

  • Kochen im Team ist eine Möglichkeit, weniger Lebensmittelabfälle zu produzieren. Gleichzeitig wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

  • Übriggebliebenes Essen kann gespendet werden. So werden Ressourcen sinnvoll genutzt und Menschen in Not unterstützt.

Gut zu wissen

Die Wahl eines veganen oder vegetarischen Caterings lässt sich begründen – möglichst auf Deutsch und Englisch oder auch in weiteren Sprachen. Das schafft Verständnis und schärft das Bewusstsein für die Nutzung nachhaltiger Lebensmittel.

Manche Menschen mit Behinderung benötigen gegebenenfalls spezielles Besteck oder Strohhalme.

Zum Nachlesen

Abfall

  • Werden Materialien möglichst oft wiederverwendet und anschließend recycelt, senkt das den Rohstoffverbrauch und die Umwelt wird geschützt.

  • Mit einem gekennzeichneten Mehrwegsystem lassen sich Abfälle vermeiden und Ressourcen schonen.

  • Für Alu und Plastik gibt es nachhaltige Alternativen, mit denen sich Verpackungsmüll und Umweltbelastung reduzieren lassen.

  • Durch den Verzicht auf Kapsel- und Padkaffeeautomaten entsteht kein Müll und es wird eine umweltfreundlichere Kaffeekultur gefördert.

  • Kompostierbare Verpackungen führen zu deutlich weniger Plastikmüll insgesamt.

Gut zu wissen

Beim Kauf kompostierbarer Verpackungen sollte auf die Zertifizierung geachtet werden: DIN EN 13432 ist die europäische Norm für die industrielle Kompostierbarkeit von Verpackungen.

Zum Nachlesen

reCup: Essen und Getränke zum Mitnehmen – ohne Einwegmüll

reCIRCLE: SO EINFACH GEHT reCIRCLEN

Gemeinsame Stelle dualer Systeme Deutschlands: Mülltrennung wirkt. Wir zeigen, wie und warum.

NABU (Naturschutzbund Deutschland) e. V.: Abfall und Recycling – Müll als Rohstoff wiederverwenden

Wikipedia: Zero Waste

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Berlin e.V. (BUND Berlin): Remap – Dein Weg zu Zero Waste

Elektrogeräte

  • Wer zum Beispiel in den Theaterferien und Urlauben als auch zum Feierabend nicht genutzte Elektrogeräte ausschaltet, vermeidet unnötigen Stromverbrauch und senkt die Energiekosten.

  • Der Kauf gebrauchter oder generalüberholter Elektrogeräte schont Ressourcen und vermeidet Elektroschrott.

  • Energie lässt sich durch ein optimal genutztes Kühlschrankvolumen und den Betrieb auf der kleinsten notwendigen Kühlstufe sparen.

  • Die regelmäßige Kontrolle der Anzahl und Auslastung von Kühlschränken führt zu einem optimierten Energieverbrauch. Werden die einen Kühlschränke effizient oder gemeinsam genutzt, lassen sich andere Kühlschränke einsparen.

  • Die richtige Auswahl von Topfgrößen und Herdplatten senkt den Energieverbrauch beim Kochen deutlich.

  • Die Umstellung von alten Gusseisenplatten – auch bei mobilen Kochfeldern – auf moderne Induktions- oder Glaskeramikkochfelder führt zu Energieeinsparungen und Ressourcenschonung.

Gut zu wissen

Alte Geräte brauchen länger, um heiß zu werden, und sie verschwenden durch ungenaue Hitzeübertragung und ineffiziente Technik Strom. Eine hohe Energieeffizienz neuangeschaffter Geräte senkt die Stromkosten und schont die Umwelt.

Zum Nachlesen

Umweltbundesamt: Energieverbrauchskennzeichnung

Wikipedia: Intelligentes Messystem (Zur Überprüfung des Stromverbrauchs.)

Drax Digital LLC: Multimeter Anleitung – Messen mit dem Multimeter

Transport & Mobilität

Personenmobilität

  • Einzelakteur*innen und Mitglieder von Kollektiven können für ihre Anreise zu Proben und Aufführungen öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrräder nutzen. Das senkt den CO₂-Ausstoß im Kulturbetrieb unmittelbar.

  • Einzelkünstler*innen und Kollektive, die Spielstätten oder Festivals nach umweltfreundlichen Reisemöglichkeiten oder Fahrrädern für die Anreise fragen, schaffen möglicherweise auch gleich ein höheres Bewusstsein bei den Teams von Spielstätten oder Festivals.

  • Mit einem Klapprad lassen sich längere Strecken zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln unkompliziert überbrücken.

Mitarbeitendenmobilität

  • Flexible Regelungen zum Homeoffice ermöglichen weniger Pendelzeiten, sodass Zeit und Emissionen eingespart werden können.

  • Meetings außerhalb der Rush Hour sorgen für eine stressfreie Anreise und reduzieren den Verkehr in Stoßzeiten.

  • Sobald Spielstätten und Festivals ihre Teams ermutigen, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu nutzen, sinkt der CO₂-Ausstoß im Pendelverkehr deutlich.

  • Mitarbeitende mit einem Firmenabo für öffentliche Verkehrsmittel profitieren von der nachhaltigen Mobilität: Sie ist kostengünstiger.

  • Informationen über Anbieter von Leihrädern und Initiativen zur Förderung der Fahrradmobilität erleichtern die Entscheidung für eine umweltfreundliche Mobilitätsoption.

  • Mitarbeitende können kleinere Fahrradpannen schnell selbst beheben, sofern sie eine Ausstattung mit Reparaturartikeln für Fahrräder „an Bord“ haben oder diese an der Arbeitsstätte angeboten wird. So bleiben sie nachhaltig mobil.

  • Eine E-Bike-Ladestation, überdachte Fahrradstellplätze oder Fahrradständer machen den Umstieg auf das Fahrrad noch attraktiver und komfortabler.

  • Dienstfahrräder für Termine außerhalb des Büros sind eine praktische und umweltfreundliche Alternative zum Auto.

  • Duschen und Umkleiden am Arbeitsort schaffen die Voraussetzung für einen frischen Start in den Arbeitstag nach der Fahrradfahrt.

  • In einem Nachhaltigkeitsworkshop lassen sich Mitarbeitende für CO₂-arme Mobilität sensibilisieren. Hier können nachhaltige Alternativen aufgezeigt werden.

  • Die angemessene Bepreisung von PKW-Stellplätzen kann den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel befördern.

Gut zu wissen

Die Anreise für Mitarbeiter*innen mit Behinderung muss barrierefrei möglich sein.

Zum Nachlesen

Coordinate Artistic Programming in the new Climate Regime: Lower the carbon footprint of artistic and audience mobilities

Kreativstrecke: Mit dem Rad zur Arbeit“ | MdRzA

Eleasa, eine Marke der MODULAT LEASING AG: Ganzheitliches Mobilitäts-Leasing von Eleasa

JobRad: Fahrrad-Leasing: Aussuchen, ausrechnen, aufsteigen

Deutsche Bahn: DB Firmenrad

Berliner Verkehrsbetriebe: Deutschlandticket Job

Comuto SA, BlaBlaCar: Die Fahrten deiner Wahl für wenig Geld

Utopiastadt gGmbH: Utopiastadtrad – Kostenloser Fahrradverleih

Publikumsmobilität

  • Ein Hinweis auf Fahrradständer zum Beispiel auf Tickets erleichtert Besucher*innen die Entscheidung für eine umweltfreundliche Anreise.

  • Die Kommunikation der besten Radrouten macht die Anreise mit dem Fahrrad sicherer und bequemer.

  • Eine Wegbeschreibung sowie Informationen zur Anbindung an den Fernverkehr helfen Besucher*innen bei der Planung ihrer Anreise. So gelingt die Anreise umweltfreundlich und stressfrei.

  • Ein Aufruf zur klimaschonenden Anreise erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher*innen nachhaltige Verkehrsmittel nutzen. Er lässt sich gut in der Veranstaltungswerbung unterbringen.

  • Eine Abfrage dazu, wie Besucher*innen anreisen, schärft das Bewusstsein der Besucher*innen für nachhaltige Mobilität.

  • Anreize wie günstigere Teilnahmegebühren oder Getränkegutscheine als „Belohnung“ für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen klimafreundliches Reisen attraktiver.

  • Im Rahmen einer Kooperation mit Verkehrsunternehmen lassen sich Veranstaltungstickets gleichzeitig als Fahrkarte für den ÖPNV nutzen.

  • Idealerweise unterstützt die Spielstätte bzw. das Festival die Besucher*innen bei der Organisation von Fahrgemeinschaften. Fahrgemeinschaften reduzieren den CO₂-Ausstoß und fördern den Austausch zwischen den Besucher*innen.

  • Eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen macht die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel attraktiver.

  • Mit Informationen über Apps der lokalen Verkehrsverbünde, etwa auf dem Theaterticket, können Besucher*innen ihre Anreise mit dem ÖPNV bequem planen.

  • Das Angebot von Shuttleservices und Mitfahrgelegenheiten erleichtert die Entscheidung für eine nachhaltigere und flexiblere Anreise.

  • Die Anpassung der Veranstaltungszeiten an die Fahrpläne der lokalen Verkehrsverbünde lohnt sich gerade in ländlichen Regionen: Es vereinfacht die An- und Abreise mit dem ÖPNV.

Gut zu wissen

Die Mobilität von Publika hängt stark vom Veranstaltungsort ab: Während der ÖPNV in Städten eine gute Alternative zum Auto ist, ist er das in ländlichen Räumen oft nicht.

Die Anreise für Besucher*innen mit Behinderungen muss barrierefrei sein, zum Beispiel durch taktile Leitsysteme. Für die Bilanzierung der CO₂-Emissionen empfiehlt sich, die CO₂-Emissionen von Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung nicht zu berücksichtigen.

Gäst*innenmobilität

  • Mit digitalen Meetings und Absprachen lassen sich Reisen vermeiden und Emissionen reduzieren.

  • Reisen lassen sich vermeiden durch die Bündelung von Meetings bei einem Aufenthalt. Digitale Meetings sind eine Alternative zu Meetings vor Ort.

  • Wer Anreisen für einmalige Aufführungen vermeiden will, kann die Veranstaltung mit Workshops oder anderen Residenzen sinnvoll kombinieren.

  • Kürzere Reisewege entstehen, wenn bei der Planung von Touring und Gastspielen mehrere Spielstätten zur gleichen Zeit Veranstaltungen anbieten. Dafür müssen die Spielstätten nahe beieinander liegen.

  • Für Strecken, die nicht länger als zehn Stunden dauern, den Zug zu nehmen, reduziert den CO₂-Ausstoß erheblich.

  • Der Verzicht auf Flüge vor allem innerhalb Deutschlands und bei Strecken unter 600 km trägt wesentlich zu einer klimafreundlichen Anreise bei.

  • Detaillierte Wegbeschreibungen und Informationen über die Anbindung an den Fernverkehr ermöglichen eine stressfreie und nachhaltige Anreise.

  • Bei unvermeidlichen Flugreisen lassen sich durch Direktflüge Emissionen verringern und Reisezeiten optimieren.

  • Informationen über die beste Radroute erleichtern Gäst*innen die sichere und umweltfreundliche Anreise mit dem Fahrrad.

  • Mit Leihfahrrädern oder die Zusammenarbeit mit lokalen Fahrradverleihen erleichtert der Veranstalter Gäst*innen eine umweltfreundliche Fortbewegung vor Ort.

  • Lässt sich der Weg nur mit dem Taxi bewältigen, zum Beispiel wegen der Barrierefreiheit, ist die Nutzung eines E-Taxis umweltfreundlicher.

  • Werden Autofahrten für Reisen auf das Notwendige beschränkt, werden Emissionen weniger und Ressourcen geschont.

  • Veranstalter*innen können Hotels danach aussuchen, ob sie Fahrräder verleihen. Auch so gelingt nachhaltige Mobilität leichter.

  • Informationen über die Apps lokaler Verkehrsverbünde unterstützen Gäst*innen dabei, ihre Fahrten effizient und klimafreundlich planen.

  • Planungstools für Reisen von Gäst*innen und Touring erleichtern die Organisation nachhaltiger und ressourcenschonender Routen.

  • Klauseln oder Zusatzvereinbarungen zu Nachhaltigkeit in Verträgen mit Gäst*innen ermöglichen Verbindlichkeit bei den Umweltstandards.

Gut zu wissen

Um klimaschonende Anreisen zu fördern und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu sichern, sollten Anreisetage auch im Honorar von Gäst*innen berücksichtigt werden.

Künstler*innen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen benötigen für ihre Anreise barrierefrei Wege. In diesem Fall ist gegebenenfalls eine direkte Reiseverbindung der nachhaltigeren vorziehen.

Bei der Anreise braucht es den bestmöglichen Schutz vor Übergriffen aufgrund gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Schutz bietet beispielsweise eine Reise ohne Umstiege. Aber auch die Wahl des Veranstaltungsortes ist hilfreich: An manchen Orten besteht ein niedrigeres Risiko für Diskriminierung und Belästigung.

Werden Gastspiele zusammengelegt, kann sich die Anzahl der einzelnen Aufführungen verringern, was das Risiko birgt, dass Künstler*innen insgesamt weniger Auftrittsmöglichkeiten erhalten. Hier empfiehlt sich ein sorgfältiges Abwägen von „grünem Touring“ und Vielfalt und internationalem Austausch im künstlerischen Programm.

Zugunsten der Barrierefreiheit und Inklusion wird empfohlen, CO₂-Emissionen von Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung nicht zu berücksichtigen.

Zum Nachlesen

Interrail – Eurail: Angebote für günstige Zugreisen durch Europa (Reservierungspflicht, Kontingente und länderspezifische Regelungen sind zu beachten.)

Green Touring Network: Green Touring Guide – Ein Leitfaden für Musiker, Künstler‐ und Tourmanager, Veranstalter, Venues und Bookingagenturen

Gallery Climate Coalition: Quick Carbon Estimate Calculator

atmosfair: Möglichkeiten zum klimafreundlichen Reisen

Touring Artists: Mobilität und Nachhaltigkeit (Handbücher, Leitfäden und Guides, Webinar, Förderung u.m.)

Unterkunft

  • Mit Einverständnis seiner Gäst*innen kann ein Veranstalter private Übernachtungen organisieren. Das senkt nicht nur Reisekosten und CO₂-Emissionen, auch der Ressourcen- und Reinigungsaufwand ist kleiner als der in Hotels.

  • Einige Unterkünfte sind fußläufig, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV erreichbar. Wo kein Auto bewegt wird, wird kein CO₂ ausgestoßen.

  • Wer EMAS-zertifizierte Übernachtungen bucht, hält hohe Umweltstandards ein und unterstützt eine nachhaltige Reise.

Gut zu wissen

Manche Gäst*innen brauchen einen barrierefreien Zugang zum Hotel.

Warentransport

  • Szenograf*innen und Techniker*innen können den Nachbau von Bühnenbildern vor Ort erwägen. Durch den Nachbau fallen die Emissionen weg, die der Transport der Bühnenbilder mit sich bringt.

  • Anschaffungen oder Ausleihe bei lokalen Anbietern, statt onilne zu bestellen, vermeidet Transportaufwand und schont Ressourcen.

  • Bei frühzeitiger Planung braucht es oft keinen Expressversand bei einer Warenbestellung. Auf den regulären Versand auszuweichen, bedeutet einen kleineren CO₂-Ausstoß. Eine Expresslieferung geht oft mit einem hohen CO₂-Ausstoß einher.

  • Viele Rücksendungen lassen sich mit sorgfältiger Planung vermeiden. Auch das spart Emissionen ein, einfach deshalb, weil nichts doppelt transportiert werden muss.

  • Der Einsatz von (E-)Lastenfahrrädern oder Transporträdern ermöglicht umweltfreundlichere und effizientere Transporte.

  • Mit dem Versand per Fahrradkuriere wird der CO₂-Ausstoß, der durch Transporte entsteht, erheblich reduziert.

  • Die Beschränkung von Transporten per Auto auf das Notwendige ist hilfreich bei dem Bemühen, Emissionen zu verringern und Ressourcen zu schonen.

  • Die Wahl von Speditionsdiensten mit emissionsarmen Flotten verbessert die CO₂-Bilanz des Transports.

  • Der Einsatz bodengebundener Transporte für den Versand innerhalb Europas im Vergleich mit der Luftfracht minimiert die Umweltauswirkungen des Transportes.

  • Wer interkontinentale Touren als Seefracht statt als Luftfracht organisiert, senkt den CO₂-Ausstoß signifikant.

  • Logistikunternehmen mit kraftstoffsparenden Fahrzeugen ermöglichen eine nachhaltige und effiziente Transportabwicklung.

Gut zu wissen

Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es empfehlenswert, den Materialtransport möglichst zu reduzieren – ohne dabei die künstlerische Freiheit unverhältnismäßig einzuschränken. Alle Produktionsbeteiligten sind gefragt, die Machbarkeit aus unterschiedlichen Perspektiven sorgfältig abzuwägen.

Zum Nachlesen

UTOPIA – Der Ort für Nachhaltigkeit: Klimaneutraler Versand: Wer bietet ihn an? Was bringt er? (Kostenpflichtig oder mit Werbung)

DHL Freight Germany: GoGreen@ DHL Freight: Erkunden Sie die grüne Zukunft der Logistik

Fahrwerk Kurier*innenkollektiv: Stadtfahrten

fLotte Berlin e.V.: fLotte Standorte in Berlin & Umland

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Förderung zur Anschaffung von E-Lastenfahrrädern

Mobilitätsheld – Greenbike Shop: Lastenrad-Förderung 2025: Übersicht der Kaufprämien

ADFC-Hildesheim e.V. – Hilde Lastenrad: Hilde – Das freie Lastenradsystem für Hildesheim

Gute Praxisbeispiele

Binge Culture (NZ) und machina eX (GER) entwickeln ein nachhaltiges Modell für internationale Kooperation ohne Flugreisen. Durch gegenseitige Neuinszenierungen bestehender Stücke entstehen „Disaster“ (2024 in Wellington) und „You and A.I.“ (2025 in Düsseldorf). Zwei hybride Events machen das Modell für andere Künstler*innen nutzbar.

Goethe-Institut: Your Play is My Play and My Play is Your Play

Energie

Energiemanagement

  • Leicht erreichbare Ziele („Easy Wins“) ermöglichen schnelle Fortschritte und initiieren gleichzeitig einen Prozess hin zu nachhaltigerem Produzieren.

  • Kooperationen mit Nachbar*innen und lokalen Gruppen ermöglichen eine gemeinsame Flächennutzung. Zusammen können die Beteiligten nachhaltige Lösungen entwickeln, die allen zugutekommen.

  • Die Klimabilanzierung eines Gebäudes ist für Spielstätten eine gute Gelegenheit, zusammen mit einem Bauunternehmen Maßnahmen für die Reduktion von CO₂-Emissionen und Energieverbrauch zu entwickeln.

  • Wesentlichkeitsanalysen sagen etwas über die relevanten Umweltauswirkungen eines Betriebs aus. Nach einer solchen Analyse kann das Nachhaltigkeitsteam daran arbeiten, den Betrieb Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten.

  • Nachhaltigkeitszertifizierungen wie ISO 14001, EMAS oder der Deutsche Nachhaltigkeitskodex bieten an, anerkannte Umweltstandards umzusetzen und den Einsatz von nachhaltiger Energie langfristig zu sichern.

  • Auf der Basis einer Gebäudeenergieberatung können Spielstätten ein energieeffizientes Sanierungskonzept entwickeln, mit dem sie langfristig Kosten sparen und die Umwelt schonen.

  • Mit einer Investitionsplanung treiben Spielstätten die nachhaltige Entwicklung eines Betriebs effektiv und zielgerichtet voran.

Gut zu wissen

Der PDCA-Kreislauf (Plan, Do, Check, Act) ermöglicht die systematische Steuerung bei der Verbesserung von Prozessen, Abläufen oder Produkten, z. B. bei der Gebäudesanierung.

Energieversorgung

  • Der Energieverbrauch lässt sich regelmäßig überprüfen und aufzeichnen. So können Nachhaltigkeitsbeauftragte ineffiziente Muster erkennen und Verbesserungsmaßnahmen umsetzen. Mit Stromzählern in unterschiedlichen Gebäudeeinheiten lassen sich Handlungsfelder identifizieren.

  • Mit selbst erzeugtem Solarstrom haben Spielstätten die Chance, a) unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden, b) zur Dezentralisierung des Stromnetzes beizutragen und c) die eigene Energiebilanz zu verbessern.

  • Gespräche mit Vermieter*innen über die Nutzung von Ökostrom können ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Energieversorgung sein.

  • Wer prüft, ob das öffentliche Stromnetz kurzfristig Quellen für erneuerbare Energie bereitstellt, hat es leichter, nachhaltigen Strom zu beziehen und auf regenerative Energien umzustellen.

  • Zertifizierter Ökostrom ermöglicht eine zuverlässige und umweltfreundliche Stromversorgung. Erkennbar ist er zum Beispiel an dem Label „ok-power“ oder „Grüner Strom“.

  • Die Klimabilanzierung eines Gebäudes ist hilfreich für die Entwicklung von Maßnahmen, mit denen Spielstätten ihre CO₂-Emissionen und ihren Energieverbrauch senken.

  • Photovoltaikanlagen, Geothermie oder Wärmepumpen sind Quellen grüner oder erneuerbarer Energie. Ihr Einsatz reduziert den CO₂-Ausstoß nachhaltig. So wird Energieversorgung umweltfreundlicher.

  • Regen- und Grauwasser kann gesammelt und für Toiletten und Bewässerung genutzt werden. Dies schont wertvolle Wasserressourcen.

Gut zu wissen

Fertigungsteile zum Beispiel für Solarpanels könnten in Ländern gebaut worden sein, in denen soziale Nachhaltigkeit vernachlässigt wird. Auf die Einhaltung sozialer Standards bei der Produktion können Spielstätten beim Kauf der Fertigungsteile achten.

Zum Nachlesen

Gute Praxisbeispiele

SOLiDACH war eine Initiative des Theater Rampe, die Nachbarschaft und Klimaschutz kreativ verband und Solaranlagen in Stuttgart-Süd förderte. 2025 ging sie in die Solarscouts über. Die Solarscouts Stuttgart sind ein ehrenamtliches Bürgernetzwerk, das Nachbar*innen bei Fragen zu Photovoltaik-Anlagen und Fördermöglichkeiten unterstützt.

Die Rampe e. V.: SOLiDACH – Solarinitiative Stuttgart Süd

Solarscouts: Wir informieren die Nachbarschaft für die Energiewende

Das PATHOS hat sein Dach begrünt, um aktiv zum Klimaschutz beizutragen und den städtischen Raum ökologisch zu nutzen. Mit diesem Projekt verbindet das Theater Nachhaltigkeit, Kunst und Gemeinschaft und macht ökologische Stadtentwicklung erfahrbar.

PATHOS: Nachhaltigkeit am PATHOS: Solaranlage + Dachbegrünung

Lichtquelle

  • Der Energieverbrauch lässt sich erheblich senken, sobald die Beleuchtung in leeren Räumen ausgeschaltet wird. Die Anforderungen an Flucht- und Rettungswege müssen jedoch eingehalten werden.

  • LED-Lampen reduzieren den Stromverbrauch und haben eine längere Lebensdauer als herkömmliche Leuchtmittel.

  • Eine warmweiße, gedimmte und zeitlich gesteuerte Außenbeleuchtung schützt die Umwelt und fördert die Artenvielfalt.

  • Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren regeln den Energieverbrauch automatisch und effizient.

  • Nicht benötigte Außenbeleuchtung kann ausgeschaltet werden.

  • Außenwerbung, die beleuchtet ist, aber in einem bestimmten Zeitraum nicht benötigt wird, lässt sich ausschalten. Das reduziert nicht nur den Verbrauch von Strom, sondern senkt zudem die Lichtverschmutzung.

  • Eine energieeffiziente Beleuchtung mit warmen Farbtemperaturen (2400 bis 3000K) unterstützt dabei, Energie zu sparen.

Gut zu wissen

Bei ausgeschalteter Außenbeleuchtung muss Verkehrssicherheit herrschen, auch auf schmaleren Gehwegen, die im Dunklen Unsicherheit auslösen können.

Eine fehlende Außenbeleuchtung kann sich auf die Barrierefreiheit negativ auswirken.
In niedriger Höhe angebrachte Bewegungsmelder müssen auch Personen, die im Rollstuhl sitzen erfassen. Sobald das Licht angeht, ist der Weg barrierefrei befahrbar.

Zum Nachlesen

BUND Naturschutz in Bayern e.V.: 08/2017 Insektenfreundliche Außenbeleuchtung

BEGA Gantenbrink-Leuchten: Verantwortungsvolle Außenbeleuchtung, umweltverträgliches Licht

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Hessen e.V.: Insektenschutz unter der Laterne

Gute Praxisbeispiele

„Move Your Energy – der grüne Dancefloor“ ist ein interaktives Bodensystem, das Tanzbewegung in Strom umwandelt und so spielerisch für nachhaltige Energie sensibilisiert.

Agentur RainbowEvent: Move for Energy – der „grüne“ Dancefloor

Modernisierung

  • Soll eine Spielstätte saniert oder umgebaut werden, hilft eine Energieberatung dabei, ein energieeffizientes Sanierungskonzept für das Gebäude zu entwickeln.

  • Die frühzeitige Planung und Zulassung des Einbaus von Solarpanels oder anderen baulichen Veränderungen gewährleistet eine nachhaltige und zukunftssichere Energieversorgung.

  • Ein Sanierungskonzept enthält eine Finanz- und Zeitplanung. Sie ist die Basis dafür, dass Maßnahmen im angedachten Zeitrahmen umgesetzt werden.

  • Bei der Umsetzung des Sanierungskonzeptes sorgen Fachleute für die Einhaltung von Standards.

  • Neue Baustoffe bieten umweltfreundliche Lösungen für den Bau, etwa generativ gefertigte Schallabsorberplatten aus Pilzen und Pflanzenfasern.

  • Eine Gebäudetechnik braucht eine regelmäßige Überprüfung. Hierbei werden Ineffizienzen identifiziert und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen. Ziel ist ein optimaler Energieverbrauch.

Gut zu wissen

Spielstätten sollten bei der Sanierung und dem Umbau die Verordnungen zum Brandschutz beachten. Dies gilt auch für die Bestimmungen zu barrierefreien Zugängen: Manche Zugänge brauchen vielleicht eine Modernisierung.

Für die Sanierung und den Umbau denkmalgeschützter Gebäude gelten eigene Verordnungen. Fachleute beraten zum Beispiel zu nachhaltiger Energieversorgung im Rahmen des Denkmalschutzes.

Spielstätten brauchen eine ausreichende Zahl an Sozialräumen. Solche Räume werden zum Beispiel zum Stillen, Wickeln oder als Rückzugsort genutzt.

Baustoffe auf Basis von Pilzen und Pflanzenfasern können Allergien auslösen. Spielstättenbetreiber*innen müssen zusammen mit Expert*innen ihren Einsatz daher zuerst gut prüfen.

Bei der Modernisierung können Spielstättenbetreiber*innen die Anpassung an Klimafolgen bereits mitdenken. Klimafolgen sind zum Beispiel Hitzeperioden, Starkregen, Überschwemmungen und Stürme.

Zum Nachlesen

Transsolar KlimaEngineering: Unser Ansatz für eine lebenswerte Zukunft ist Schutz und Anpassung

Gira – Giersiepen GmbH & Co. KG: Nachhaltige Baustoffe: Ökologisch bauen mit umweltfreundlichen Materialien

RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V.: Nachhaltiges Bauen – Ein Überblick über nachhaltige und innovative Baustoffe im Bauwesen

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Bundesförderung für effiziente Gebäude

Bundesministerium für Finanzen: Kurz erklärt: Steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen

metergrid: Denkmalschutz, Photovoltaik und Mieterstrom: Nachhaltige Energie für historische Gebäude

Bundesfachstelle Barrierefreiheit: Gebäude

Der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik: Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

Biodiversität

  • Begrünte Dächer fördern das Wohlbefinden von Mitarbeitenden und die lokale Biodiversität.

  • Grünflächen mit heimischen Pflanzen auf Außenanlagen stärken die lokale Biodiversität und fördern das ökologische Gleichgewicht.

  • Landschaften, Terrassen, Fassaden und Gründächer sind grüne Korridore. Sie verbinden Gebäude mit Grünflächen und fördern die lokale Biodiversität.

Zum Nachlesen

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Bundesprogramm Biologische Vielfalt (Inkl. Förderdatenbank)

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit et al.: Bundesdeutsche Gesetzgebung mit Bezug zur Biodiversität

Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: Übereinkommen über die biologische Vielfalt

Gute Praxisbeispiele

Die Oper Leipzig bietet neben den musikalischen Leckerbissen auch eine kulinarische Besonderheit: Der Honig von hauseigenen Bienen.

Stadt Leipzig: Honig von den Leipziger Opern-Bienen

Temperaturregelung

  • Mit Teppichen lässt sich der Energieverbrauch für das Heizen minimieren: Sie bewahren die Wärme im Raum.

  • Wenn Heizkörper frei stehen, kann die Wärme im Raum zirkulieren. Das wiederum reduziert den Heizaufwand.

  • Wer auf stromintensive Verbraucher wie elektrische Heizgeräte verzichtet, senkt den Energieverbrauch und reduziert den CO₂-Ausstoß.

  • Windfänge verringern den Wärmeverlust und senken so die Heizkosten.

  • Abgedichtete Türen und Fenster mit Vorhängen oder Zugluftstopper senken den Verbrauch von Heizenergie und halten die Raumtemperatur stabil.

  • Die Raumtemperatur für Büro-, Probe- oder Lagerräume können auf ihre maximal oder minimal notwendige Höhe regelmäßig überprüft werden, zum Beispiel durch Nachhaltigkeitsbeauftragte. Anschließend kann der Energieverbrauch an den Bedarf angepasst werden.

Gut zu wissen

Windfänge können die Barrierefreiheit einschränken.

Außerdem ist es wünschenswert, dass Heizen nach individuellen Bedürfnissen und entsprechend der Gesundheit erfolgt.

Lüftung

  • Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster: Das reduziert den Energieverbrauch und sorgt für eine effiziente Belüftung ohne Wärmeverlust.

  • Spielstätten können ihren Energieverbrauch deutlich senken, wenn sie darauf achten, dass Lüftungsanlagen und Klimageräte nur dann eingeschaltet werden, wenn jemand bessere oder kühlere Luft braucht.

  • Mit einer Zeitschaltuhr für Lüftungsanlagen lässt sich der Energieverbrauch von Spielstätten optimieren und der unnötige Betrieb vermeiden.